25 Jahre Hospizarbeit im Brunnenviertel

25 Jahre Hospiz LazarusSeit einem Vierteljahrhundert sind ehrenamtliche Sterbebegleiter des Ambulanten Lazarus Hospizdienst an der Seite todkranker Menschen. Am 11. September gab es zum Jubiläum ein Festakt, bei dem auch den vielen ehrenamtlichen Sterbebegleitern gedankt wurde. Auch die ehemalige Bundesministerin und heutige Präses der evangelischen Kirche, Irmgard Schwaetzer, leistete in der Bernauer Straße sieben Jahre lang Menschen am Lebensende Beistand.

"Hospizarbeit ist Trauer und doch voll mit Leben", sagte Irmgard Schwaetzer in ihrer Festrede. Die 75-jährige frühere Ministerin für Raumordnung und Städtebau und heutige Präses der Synode der evangelischen Kirche griff damit das Motto der Festveranstaltung "Voll mit Leben" auf. Eine klare Absage erteilte sie allen Diskussionen um eine aktive Sterbehilfe. Zum Thema Schmerztherapie sagte sie: "Es ist gut, dass die Palliativmedizin Einzug gehalten hat, aber sie kann niemals ehrenamtliche Begleitung ersetzen, die übrigens nicht in Konkurrenz zu Pflegedienst oder Angehörigen steht."

Irmgard SchwaetzerHospizarbeit ist Sterbebegleitung, die vor allem von ehrenamtlichen Mitarbeitern geleistet wird. Zur Zeit schenken 66 Ehrenamtliche ihre Zeit unheilbaren Kranken. Seit 1992 haben 295 Menschen rund 2.400 Sterbene betreut. Wer Menschen in den letzten Monaten, Wochen oder Tagen begleiten möchte, besucht zunächst einen Befähigungskurs. 27 hat das Lazarus-Haus in den letzten 25 Jahren durchgeführt. Der nächste Kurs startet im Oktober.

Für Martin Wulf, Geschäftsführer des Lazarus-Geländes in der Bernauer Straße, sind 25 Jahre eine relativ lange Zeit. Was damals neu war, muss heute weiter entwickelt werden. Zwei Fragen stellte er: "Stichwort kultursensible Hospiz. Natürlich sind wir ein evangelischer Träger, aber ist es vielleicht auch unsere gute Aufgabe auch Menschen anderen Glaubens, zum Beispiel muslimischen Glaubens, als Helfer und als Patienten aufzunehmen?" Und: Sollte das Thema Begleitung junger Sterbender angegangen werden? "Damit wir in 25 Jahren sagen können, darum haben wir auch gekümmert".

Die Festrednerin Irmgard Schwaetzer hat eine besondere Beziehung zum Standort Lazarus. Von 2005 bis 2012 hat sie ehrenamtlich im Hospiz mitgearbeitet. Motivation zum Ehrenamt war für sie als Christin die Frage, wie eine "Alternative zur aktiven Sterbehilfe" aussieht. Wie kann es gehen, das "würdevolle und selbstbestimmte Leben an dessem Ende?"

Die Diakoniestiftung Lazarus hat 1992 das erste ambulante Hospiz in Berlin gegründet. Ein stationäres Hospiz folgte 1999.Lazarus gehört seit dem 1. Oktober 2012 zur Hoffnungstaler Stiftung Lobetal und somit zum Verbund der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel.

Weiterführende Informationen:
PDF der Festzeitschrift Voll Mit Leben
Webseite mit Informationen zum Ambulanten Lazarus Hospizdienst

25 Jahre Hospiz Lazarus Haus

12. September 2017

Text und Fotos: Andrei Schnell