Künstler in der Ackerstraße öffnen Atelierhaus

AtelierhausMit „Offenen Ateliers“ beteiligen sich zehn Künstler und Künstlerinnen des Atelierhauses an den vom Vorortbüro organisierten Kulturtagen im Brunnenviertel. Am Sonntag, den 9. September, können Besucher von 11 bis 19 Uhr mit bildenden Künstlern ins Gespräch kommen und ihre Werke kennen lernen. Malerin Ulrike Hansen verrät im Interview einige Hintergründe zum 2016 fertig gestellten Atelierhaus in der Ackerstraße 81.

Kiezreporter: Wie entstand die Idee, dass das Atelierhaus bei den ersten vom Vorortbüro organisierten Kulturtagen sich beteiligen könnte?

Ulrike Hansen: In unser Ateliergemeinschaft haben sich 25 Künstler zusammengeschlossen. Von Anfang an hatten wir die Idee, einmal im Jahr einen Tag der offenen Tür zu machen. Da war es wie ein letzter Anstoß, als Quartiersmanagerin Sibel Olguner im März bei uns zu Besuch war. Sie hatte sich und das Quartiersmanagement vorgestellt und dabei angedeutet, dass ein Kulturwochenende im Brunnenviertel sinnvoll wären. Wir dachten sofort, das ist eigentlich eine gute Gelegenheit, uns einzuklinken. Wir hatten ja schon vorher in den Gerichtshöfen seit vielen Jahren Offene Ateliers veranstaltet

AtelierhausKiezreporter: Wie hängt das Atelierhaus in der Ackerstraße mit den Gerichtshöfen in der Gerichtsstraße zusammen?

Ulrike Hansen: Mein Mann Jürgen Reichert und ich hatten unsere Ateliers sehr viele Jahre in den Gerichtshöfen. Dort arbeiten rund 70 Künstler. Es wäre schön, wenn in unserem Atelierhaus in der Ackerstraße eine ähnliche Mischung wie in der Gerichtsstraße entstehen würde, auch wenn unser Haus kleiner ist. In den Gerichtshöfen gab es über 1.000 Besucher bei den mit viel Öffentlichkeitsarbeit angekündigten offenen Tagen. Aber dann wurde uns in den Gerichtshöfen die Situation nach bekannt gewordenen Umbauplänen des Vermieters zu unsicher und wir haben uns nach Alternativen und Grundstücken in der Nähe umgeschaut.

Kiezreporter: Wie ist das Atelierhaus in der Ackerstraße als Ausweg entstanden?

Ulrike Hansen: Eröffnet haben wir das Atelierhaus 2016. Jürgen Reichert und ich haben 2012 die Initiative ergriffen und konnten mit viel Glück das Gewerbegrundstück in der Ackerstraße 81 erwerben.

Wir haben anschließend Künstler gesucht, die bei unserem Projekt mitmachen wollen. Aus den Gerichtshöfen kamen zwei weitere Künstler dazu. Wir haben nach einem Jahr Planung 2013 eine Baugruppe mit über mit 20 Teilnehmern gebildet und haben gemeinsam von 2014 bis 2016 das Haus bauen lassen.

Kiezreporter: Was bedeutet es, im Gewerbegebiet zu bauen?

Ulrike Hansen: Wir sind froh, dass wir selbst bauen konnten. Ateliers sind in Berlin momentan sehr knapp. Wir haben uns somit selbst aus dieser Bedrängnis geholfen. Wir haben solide und möglichst günstig gebaut, aber anderen für Künstler wichtigen Stellen wie zum Beispiel Fenster nicht gespart. So ist ein Haus, abgestimmt auf die Bedürfnisse von Künstlern, entstanden. Im ersten Stock gibt es sogar ein Tonstudio eines Musikers. Der Rest des Hauses sind Ateliers für Künstler unterschiedlicher Richtung von Malerei, Bildhauerei, Installation, Konzept bis Fotografie. Es ist ein Haus zum Arbeiten geworden.

Kiezreporter: Ist es auch ein offenes Haus?

Ulrike Hansen: Ja. Wir hatten vor kurzem eine Lesung. Bislang haben einzelne Künstler etwas organisiert. Vor zwei Jahren im Oktober hatten wir eine sehr große Einweihungsfeier. Nun veranstalten wir während der Kulturtage die Offenen Ateliers. Die Besucher können in das Haus hinein, zehn einzelne Ateliers stehen offen.

In Berlin gibt es zwar jede Menge ähnlicher Veranstaltungen, aber ich denke für den Stadtteil ist es gut, wenn die Nachbarn wissen, was in ihrem Kiez passiert. Wir sehen uns als Teil des Brunnenviertels und laden gern ein, uns kennen zu lernen.

Atelierhaus Brunnenviertel Ackerstraße

27.08.2018

Interview: Andrei Schnell

Fotos: Ulrike Hansen