Runder Tisch als Chance für das Ex-Diesterweg-Gymnasium

Ephraim Gothe und Carsten SpallekBei einer Veranstaltung am 2. Mai stimmten die Stadträte Ephraim Gothe (SPD) und Carsten Spallek (CDU) einem Runden Tisch zu. Dieser könne zwischen den unterschiedlichen Positionen zur Zukunft des ehemaligen Standortes des Diesterweg-Gymnasiums vermitteln. Der Bezirk möchte die orangefarbene Schule abreißen, um eine neue zu bauen. Die zivilgesellschaftliche Initiative ps.wedding möchte ein soziokulturelles Zentrum schaffen.

Beschlossen wurde am Ende der Veranstaltung, dass ein Runder Tisch eingerichtet werden soll. Beide Stadträte machten zur Bedingung, dass bis zum Ende der Sommerferien ein arbeitsfähiges Gremium von bis zu 20 Mitgliedern eine Lösung erarbeitet, die die Interessen des gesamten Bezirks Mitte in den Blick nimmt.

InfoveranstaltungStadtrat Carsten Spallek (CDU) verwies auf steigende Schülerzahlen. So werden für Oberschüler bis zum Jahr 2030 in Mitte rund 1.500 Schulplätze fehlen. Stadtrat Ephraim Gothe warb für einen Abriss und einen Neubau. Ein neu geplantes Schulgebäude könne eine moderne  Compartmentschule ermöglichen. Dieses neue Konzept soll in Berlin den alten Typ der Flurschule ersetzen.

Die Initiative ps.wedding möchte das Haus erhalten und zu einem soziokulturellen Zentrum mit Bibliothek, Theater und Cafés umbauen. Auch preisgünstiges Wohnen ist geplant. Eine Kooperation mit der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Degewo sieht auf Freiflächen weiteren Wohnungsbau vor.

Das Bezirksamt (das sind die fünf Stadträte in Mitte) hatte am 8. April 2014 beschlossen, dass Gelände nicht mehr als Schulstandort vorzusehen - Drucksache 1233 IV. 2018 wurde umentschieden, das Gelände doch wieder als Schulstandort zu nutzen.

Zur Infoveranstaltung am 2. Mai hatten die Stadträte für Stadtentwicklung (Gothe) und für Schule (Spallek) in die Heinrich-Seidel-Grundschule geladen. Rund 100 Anwohner aus dem Brunnenviertel kamen, um zu erfahren, was der Bezirk für das mehr als 17.000 Quadratmeter große Grundstück plant. Seit vielen Jahren steht das Schulgebäude leer und verwahrlost.

Käme es zu einem Abriss des markanten, architektonisch bedeutsamen Gebäudes, würde dieser nicht vor zwei Jahren umgesetzt werden. Ein Schulneubau nicht vor fünf Jahren. So Stadtrat Carsten Spallek. Für das Brunnenviertel wäre ein Schulneubau neben der Sanierung der Ernst-Reuter-Oberschule ein zweite Rieseninvestition. Bislang ist das Projekt allerdings noch nicht in der fünf Milliarden schweren und bis 2030 angelegten Schulbauoffensive eingetragen.

Links:
Infos zum neuen Modell einer Compartmentschule
Infos zum gemeinwohlorientierten Projekt ps.wedding
Infos zur Schulbauoffensive

Infoveranstaltung Diesterweg

06.05.2019

Text und Fotos: Andrei Schnell