Joanes Preis: Filmprojekt gewinnt

Robert Patz Gewinner Joanes PreisDen ersten Platz beim Joanes Preis hat der Künstler Robert Patz gewonnen. Für die Umsetzung seines Vorschlages erhält er 40.000 Euro, das Preisgeld für ihn beträgt 6.000 Euro. Den zweiten Preis gewannen die Studenten Johanna Westermann und Edouard Barthen mit der Idee Frühling auf dem Ackerplatz. Einen Sonderpreis erhielten Max Hacke und Graham Baldwin, die den Ackerplatz mit einer Spiegelfolie überdachen möchten. Auch der Vorschlag, den Platz mit gelber Farbe zu tünchen, gefiel der Jury.

Insgesamt vergab die Jury fünf Preise, davon einen Sonderpreis; der dritte Preis wurde doppelt vergeben. Für die achtköpfige Jury entscheidend waren die Kriterien "Prozess und Produkt", so dessen Vorsitzender Prof. Dr. Marcus Menzl. Mit anderen Worten: Neben Konzept und Idee zählte für die Mitglieder "wie der Vorschlag zur Beteiligung angeregt".

Joanes PreisBei der Gewinneridee "Berliner Nachbarschaft - Ackerplatz 2020" ist Beteiligung zentrales Motiv. Der Diplom-Ingenieur Robert Patz hat vor, die Passanten und Passantinnen über einen roten Teppich in einen Bauwagen zu führen und dort per Filminterview zu befragen. Aus den Interviews will er einen Film schneiden und einige Wochen später auf dem Ackerplatz bei einem Fest vorführen. Nach seiner Erfahrung sind die Menschen im Brunnenviertel "sehr mitteilsam". Der Jury gefiel, dass nach der mehrwöchigen Aktion auf dem Ackerplatz etwas "Nachhaltiges" in Form eines Filmes entsteht. So verbleibe die "Erinnerung an das Projekt nicht nur im kulturellen Gedächtnis".

Studenten Johanna Westermann und Edouard Barthen gewinnen zweiten PreisViel lobende Worte fand die Jury auch für den zweiten Preis. Die beiden Studenten im Fach Urban Design haben zwar schon Erfahrungen mit Wettbewerben gesammelt, aber zum ersten Mal im eigenen Namen eine Idee eingereicht. Ihr Vorschlag betont die "Programmierung des Ortes", so Edouard Barthen. Programmierung ist ein Fachwort und bedeutet, das ein Programm geboten werde. So sieht der Vorschlag der beiden vor, eine Bühne zu errichten, eine Ausstellung wachsen zu lassen, einen Veranstaltungsort namens Kiezkaffee zu bauen und Workshops anzubieten. Bleibendes Element ihres Vorschlag sind die sogenannten Platzbotschafter. Die Entscheidung der Jury sei nach "intensiver Diskussion, aber dann doch eindeutig gefallen"so Marcus Menzl.

Alle eingegangen Ideen werden in der Waschküche in der Feldküche von 29. Januar bis 9. Februar immer von Mittwoch bis Sonntag von 16 bis 20 Uhr gezeigt.

Mitglied der Jury war auch Quartiersmanagerin Sibel Olguner. 

Beim Joanes Preis suchte die gleichnamige Stiftung Ideen, um die "600 Quadratmeter große Fläche in der Ackerstraße im Berliner Brunnenviertel zukünftig als Ackerplatz zum belebten Zentrum des Stadtquartiers" zu machen. So steht es auf der Webseite der Stiftung. Architekten, Landschaftsplaner, Künstler und Gestalter im weiteren Sinne reichten 53 Vorschläge ein. Über 200 Anfragen zu den Wettbewerbsunterlagen hat es gegeben, so der Vorstand der Joanes Stiftung Prof. Dr. Eckhart Hertzsch. Die Bespielung des Platzes erfolgt temporär. Die Joanes Stiftung ist eine junge Stiftung mit Gründungsjahr 2015. Das Stiftungskapital beträgt eine Million Euro. Stiftungsziel sind die drei Bereiche sozialer Wohnungsbau, Studien und Preisvergabe.

LINKS
Webseite des Joanes Preise

Preisverleihung Joanes Preis

28.01.2020

Text und Fotos: Andrei Schnell