Terrasse des Jugendzentrums wird kommunikativ

Workshop KommunikationsgartenAuf dem Dach der Jugendfreizeitstätte in der Hussitenstraße 62 sind die Arbeiten für einen Kommunikationsgarten weit vorangeschritten. Am 30. Juli sägten und schraubten rund zehn Kinder die ersten Möbel fertig. Als Material dienten Transportpaletten. Die Terrassenmöbel werden die Kinder und Jugendlichen des Jugendzentrums künftig selbst nutzen.

Durch den Kommunikationsgarten wird die bislang wenig genutzte Dachterrasse des Jugendzentrums attraktiver. Die jungen Besucher der Freizeiteinrichtung können die rund 300 Quadratmeter große Freifläche auf dem Dach künftig besser nutzen. Der Name Kommunikationsgarten drückt aus, dass die Kinder und Jugendlichen künftig hier Gelegenheit zur entspannten Begegnung haben werden - während in den Räumen des Jugendzentrums an der Tischtennisplatte oft Hektik und im Bastelraum oft konzentriertes Arbeiten herrscht.

Nebeneffekt: "Wir wollen die Begeisterung für die Arbeit mit Holz wecken und den sicheren Umgang mit Werkzeugen erlernen", so Simone Häckel, die sich den Workshop ausgedacht hat. Zusammen mit Tischler Matthias Einhoff haben die Kinder an mehreren Terminen in diesem Sommer eigene Wünsche formuliert und dazu passende Möbel entworfen. Aus Holzpaletten haben die Kinder unter Anleitung ihre eigenen Möbel gebaut. Weiterer Nebeneffekt: Wir haben bei einigen Kindern "die Neugier für die handwerkliche und gestalterische Arbeit geweckt".

Kommunikatkonsfarten BrunnenviertelDie Wünsche der Kinder zur Gestaltung des Dachgartens waren zu Beginn weitreichend. Das Wort "Pool" musste wieder von der Liste gestrichen werden. Andere Wünsche kamen erst auf die Liste, als die Kinder bereits schraubten. So wird aktuell überlegt, ob und wie noch eine Schaukel möglich ist. Es wurde angefangen, Tische, Stühle, Blumenständer und ein Insektenhotel zu bauen. Verteilt über mehrere Workshops in diesem Sommer wurde bereits an einigen Möbel geschraubt.

Zum Kommunikationsgarten gehört auch ein Kräuter- und Duftgarten. Die Pflanzen werden künftig von den Kindern selbst gepflegt. Wie bei den Möbeln sollen die Kinder auch hier sich stärker mit ihrem Jugendzentrum identifizieren, indem sie selbst gestalterisch tätig werden.

Sehr weit geblickt, können die Workshops ein ganz klein wenig auch dazu beitragen, dass die Kinder durch die eigenen handwerklichen Erfahrungen "einen kritischen Blick auf die Massenproduktion" bekommen. Das hofft zumindest Simone Häckel. Ein schöner Erfolg der Workshops wäre es aber sicher bereits schon, wenn die Kinder und Jugendlichen sich gern auf ihren eigenen Möbeln aufhalten werden.

Die Workshops werden durch den Aktionsfonds mit Mitteln der Sozialen Stadt ermöglicht.

Links:
Fotos von dem Workshop sind in einem Fotoalbum auf Facebook (auch ohne Registrierung) zu sehen.
Webseite des DRK-Jugendzentrums

Kommunikationsgarten Brunnenviertel

01.08.2019

Text und Fotos: Andrei Schnell