Kunstwerk: Berliner Krähen im Roggenfeld

Berliner Krähen Kapelle der VersöhnungAb sofort ist im ehemaligen Mauerstreifen ein Krähenschwarm zu sehen. Die Künstlerinnen Maira und Natalia Petschatnikov hatten Kinder und Ältere aus dem Brunnenviertel, aber auch Menschen aus aller Welt eingeladen, 1.000 Krähenschablonen zu bemalen. Die Kunstinstallation auf dem Roggenfeld der Kapelle der Versöhnung in der Bernauer Straße ist vom 6. bis zum 24. September zu sehen. Bei der Eröffnung wurde der Hintergrund der Kunstaktion erklärt.

Im Berlin der Mauerjahre trafen nicht nur beim Kalten Krieg zwei weltpolitische Systeme aufeinander, sondern auch zwei Krähenpopulationen. Die westlich der Elbe beheimatete Saatkrähe und die östlich davon lebende Nebelkrähe. In großen Schwärmen zogen sie damals aus, um auf beiden Seiten der Berliner Mauer Futter zu suchen. Im Niemandsland des Mauerstreifens fanden sie Ruhe und Schutz.

Maria Petschatnikov und Natalia PetschatnikovDas ist der geschichtliche Hintergrund der Kunstinstallaion "Berliner Krähen" der beiden Künstlerinnen Maria und Natalia Petschatnikov. In dem Projekt haben die beiden 1.000 Schablonen von Krähen in Originalgröße produziert und von Laien und Künstlern bemalen lassen. Auch aus dem Brunnenviertel kamen einige Maler. So hatten Schüler der Gustav-Falke-Grundschule Gelegenheit, ihre eigenen Krähen zu bemalen und auch Bewohner des Servicewohnens Sophia in der Ackerstraße.

Bis zum 24. September ist das Roggenfeld neben der Kapelle der Versöhnung in der Bernauer Straße nun eine Freiluftgalerie - geöffnet täglich von 0 bis 24 Uhr.

Das öffentliche Kunstprojekt wurde durch die Stiftung Berliner Mauer finanziert. Das Quartiersmanagement ermöglichte über den Aktionsfonds mit Mitteln der Sozialen Stadt einen Workshop, bei dem Schüler der Gustav-Falke-Grundschule und Bewohner des Servicewohnen Sophia in der Ackerstraße einige Krähen bemalten.

Weiterführende Informationen
Webseite des Kirchenkreises Nord-Ost, zu dem die Kapelle der Versöhnung gehört

Kunstinstallation Berliner Krähen

06.09.2017

Text und Fotos: Andrei Schnell