Der Mietspiegel 2017

Mietspiegel 2017Der aktuelle Mietspiegel ist am 19. Mai veröffentlicht worden. Er spiegelt die Mieten mit Stand 1. September 2016 wieder. Er gilt allerdings nicht für preisgebundene, öffentlich geförderte Wohnungen, von den es im Brunnenviertel einige gibt. Das Brunnenviertel gilt weiterhin als einfache Wohnlage. Die Kaltmiete oben Neben- und Heizkosten liegt im Kiez bei etwa 6,50 Euro pro Quadratmeter.

Die Mietspiegeltabelle, die eine erste, grobe Einschätzung erlaubt, gibt für Wohnungen, die im Westen zwischen 1973 und 1990 gebaut wurden und zwischen 40 und 60 Quadratmeter groß sind in einfacher Lage einen Durchschnittswert von 6,77 Euro nettokalt an. Eine Online-Abfrage für eine Beispielwohnung im Kiez ergab eine durchschnittliche Miete von 6,49 Euro an. Der Mietspiegel 2009 wies für eine solche Wohnung noch 5,50 Euro nettokalt aus.

MietspiegelBeachtet werden muss, dass im Mietspiegel Spannen angegeben werden. Das heißt, für jede Wohnung müssen zusätzliche Ausstattungsmerkmale berücksichtigt weren. Am einfachsten ist es, diese bei der Online-Abfrage anzuklicken, um so die Vergleichsmiete für die eigene Wohnung zu erhalten.

2011 wurden im Mietspiegel erstmals die Betriebskosten verglichen. Der Vergleich ist jedoch seit dem nicht offizieller Bestandtteil des Spiegels, sondern dient nur der Information.

Katrin Lompscher (Die Linke), die den Mietspiegel als zuständige Senatorin am 19. Mai vorstellte, schreibt im Vorwort: "Die bestehende Wohnungsknappheit und in der Folge die steigenden Mieten spiegelt der neue Berliner Mietspiegel 2017 wider". 2013 hatte Michael Müller, damals Senator, im Vorwort noch formuliert: "Insgesamt fielen die Mieterhöhungen aber moderat aus."

MietspiegelWohnungsknappheit war 1922 der Grund gewesen, eine Mietpreisbindung und damit eine "gesetzliche Miete" einzuführen. Diese galt in Teilen in Berlin bis 1988. In Westdeutschland wurde diese bereits 1960 aufgehoben. Seitdem gilt das Prinzip Vergleichsmiete, die im §558 BGB geregelt ist. Im Kern bedeutet diese, dass Mieten sich an den Mieten vergleichbar ausgestatter Wohnungen in einer Gemeinde orientieren müssen. Von den rund 20.000 Gemeinden in Deutschland nutzen deshalb etwa 450 einen Mietspiegel, um für Mieter und Vermieter Klarheit über die Höhe der Vergleichsmiete zu schaffen.

Dem aktuellen Mietspiegel zufolge sind in Berlin Wohnungen am billigsten, die über 60 Quadratmeter groß sind und im Osten zwischen 1973 und 1990 gebaut wurden: durchschnittlich 5,07 Euro pro Quadratmeter Kaltmiete. Am teuersten sind in Berlin Wohnungen unter 40 Quadratmetern, die nach 2003 errichtet wurden: 14,20 Euro pro Quadratmeter.

Ein Kriterium im Mietspiegel ist das Baujahr. Für ein Gutachten veröffentlichte die private "Landesweite Planungsgesllschaft mbH" im Februar 2015 Steckbriefe, in den auch das Brunnenviertel beschrieben wird. Danach wurden auf Grundlager der damals vorliegenden Zahlen im Gebiet Brunnenviertel-Brunnenstraße zwei Drittel aller Häuser zwischen 1970 und 1989 errichtet. Für das Gebiet Brunnenviertel-Ackerstraße galt damals, dass etwa eine Hälfte der Wohnungen zwischen 1970 und 1989 und etwa die andere Hälfte zwischen 1950 und 1969 gebaut wurden.

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Eine Abfrage mit der eigenen Adresse kann unter www.stadtentwicklung.berlin.de/mietspiegel vorgenommen werden.

Mietspiegel

19.05.2017

Text und Fotos: Andrei Schnell / Grafik: Senatsverwaltung