Mietzuschuss beantragen!

MietzuschussSeit 1965 gibt es das Wohngeld - fast jeder kennt diesen Zuschuss des Bundes für Mieter mit wenig Einkommen. Erst wenig herumgesprochen hat sich dagegen der Mietzuschuss des Landes Berlin. Seit dem 1. Januar 2016 können Mieter in so genannten Sozialwohnungen eine monatliche Hilfe zur Miete beantragen. Ziel ist es, dass alle Berliner und Berlinerinnen nicht mehr als 30 Prozent ihres Einkommens für das Wohnen ausgeben müssen. Es lohnt sich zu prüfen, ob man einen Zuschuss erhalten kann.

Die entscheidende Frage ist, ob man in einer Wohnung des Sozialen Wohnungsbaus - Erster Förderweg - lebt. Dies ist dem Mietvertrag zu entnehmen oder kann beim Antragscenter Mietzuschüsse erfragt werden.

MietzuschussKann diese erste Frage bejaht werden, dann lohnt sich ein Blick auf das eigene Einkommen. Nach Abzug von Freibeträgen darf das errechnete Einkommen für eine Person 16.800 Euro nicht übersteigen, bei einem Haushalt mit zwei Personen dürfen es nicht mehr als 25.200 Euro sein. Das Antragscenter in Brückenstraße empfiehlt, zunächst einen Antrag zu stellen, denn: "Da die Prüfung der Einkommensverhältnisse komplex ist, können wir zur Anspruchsberechtigung vorab leider keine abschließende Auskunft geben."

Im dritten Schritt ist die Größe der Wohnung von Belang. 50 Quadratmeter gelten für einen Single als angemessen, 65 Quadratmeter für Paare, 80 Quadratmeter sind bei drei Personen, bei vier Personen sind es 90 Quadratmeter.

Warum ist der Mietzuschuss wichtig?

Der Mietzuschuss soll nicht mit dem Wohngeld verwechselt werden. So können zum Beispiel Studenten und Studentinnen kein Wohngeld des Bundes beantragen, wohl aber den Mietzuschuss des Landes Berlin. Kein Wohngeld erhalten auch Haushalte, die eine Grundsicherung vom JobCenter (Hartz IV) oder vom Amt für Soziales (Grundsicherung im Alter) beziehen. Ausdrücklich können diese Familien einen Antrag auf Mietzuschuss stellen, falls die Miete nicht mehr komplett übernommen wird.

Was ist zu beachten?

Während das Wohngeld beim Bezirksamt zu stellen ist, muss der der Antrag auf Mietzuschuss bei der zgs consult GmbH, dem Servicebüro Mietzuschuss, gestellt werden.

Der Mietzuschuss des Landes Berlin kann im Einzelfall sogar zusätzlich zum Wohngeld beantragt werden. Zu beachten ist aber, dass der Bezug des Wohngeldes oder des Mietzuschusses jeweils beim Antrag angegeben werden muss.

Viele Einzelfragen werden auf der Webseite www.mietzuschuss.berlin.de geklärt.

Hintergrund

Der Mietzuschuss ist Teil des Berliner Wohnraumversorgungsgesetzes, das am 21. November 2015 vom Berliner Abgeordnetenhaus geändert wurde. Ziel des Gesetzes sind seit dem die Kappung der Sozialmieten bei 30 Prozent des Nettoeinkommens, Verpflichtung der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften auf eine soziale Ausrichtung und mindestens 55 Prozent freiwerdender Wohnungen an Personen mit besonders niedrigen Einkommen zu vermieten und 30 Prozent der Neubauten als Sozialwohnungen zu errichten. Noch weitere Punkte betreffend der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften gelten seit zwei Jahren.

Weiterführende Infos

Auf der Unterseite "Häufige Fragen" der Webseite http://www.mietzuschuss.berlin.de finden sich unten zwölf Punkte, die bei Antragsstellung beachtet werden sollten.

Im Brunnenviertel wurden Haushalte von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen angeschrieben. Sie erhielten den Flyer Mietzuschuss in Sozialwohnungen mit allen grundsätzlichen Punkten und Rechenbeispielen.

Mietzuschuss Berlin

19.12.2017