Bauen für das wachsende Brunnenviertel

Neubau im Brunnenviertel Wattstraße und Usedomer Straße Foto DegewoDie rege Bautätigkeit im Quartier beweist, dass das Brunnenviertel wächst. Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Degewo hat vor einigen Wochen mit ihrem zweiten Neubau im Kiez begonnen. Auf dem Grundstück der Hausnummern Wattstraße 21 und Usedomer Straße 26 und 27 entstehen derzeit 128 neue Wohnungen. Der milde Winter erlaubt Bauarbeiten auch im Dezember. „Der Standort Usedomer Straße wird ein ganz neues Flair bekommen“, sagt der der Vorstand der Degewo, Christoph Beck.

Neubau Wattstraße Usedomer Straße DegewoBerlin ist eine wachsende Stadt - und auch das Brunnenviertel wächst. Im Sommer hat die Degewo über 100 Wohnungen auf einem Eckgrundstück in der Graunstraße und der Gleimstraße fertiggestellt. Das Haus soll bereits voll vermietet sein, wie es von MItarbeitern der Degewo heißt. Nun geht die Degewo ihr nächstes Bauvorhaben im Brunnenviertel an. Im Herbst begannen die Bauarbeiten für 128 Mietwohnungen auf dem Gelände des ehemaligen Busdepots in der Usedomer Straße. Auf 4.000 Quadratmetern eigenes Land, das die Degewo jahrzehntelang an die BVG vermietet hatte, wird nun gebaut. Dank milder Temperaturen finden die Erdarbeiten auch jetzt noch im Dezember statt.

Laut einer Vereinbarung zwischen dem Land Berlin und den sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften (Roadmap) plant die Degewo 35 Wohnungen mit einem Zimmer, 35 Wohnungen mit zwei Zimmern, 51 Wohnungen mit drei Zimmern und sieben Wohnungen mit vier Zimmern. Ein Drittel davon sollen geförderte Wohnungen sein und deshalb mit einer Miete von 6,50 Euro pro Quadratmeter angeboten werden. 90 Wohnungen werden "barrierefrei", die restlichen "barrierearm" sein - zumindest nach der Eigendefinition der Degewo.

Die Degewo beschreibt den Neubau als "klassische Berliner Blockrandbebauung". Die Wohnfläche wird 7.600 Quadratmeter betragen, aufgeteilt auf 128 Mietwohnungen mit ein bis vier Zimmern. Platz für kleinteiliges Gewerbe ist vorgesehen. Da auch die Zahl der Arbeitsplätze im nahen "Zukunftsort Technologiepark Humboldthain" derzeit spürbar wächst, ist es nicht schwer vorherzusagen, dass die neuen Ladengeschäfte benötigt werden

Bis 2016 will die Degewo durch Neubau und Ankauf in Berlin um 22.000 Wohnungen wachsen. Im Bezirk Mitte verfügt das landeseigene Wohnungsbauunternehmen heute über 8.000 Wohnungen. Das Vorhaben in der Usedomer Straße ist eines der wenigen Neubauprojekte der Degewo, die innerhalb des S-Bahn-Rings umgesetzt werden.

Weitere Neubauten anderer Bauherren sind im Viertel das "Mikro-Appartmenthaus" der CrescoCapitalGroup mit 700 Kleinstwohnungen in der Brunnenstraße und die Neubauten des Hauptinvestors Groth-Gruppe in der Gleim-Straße nördlich des Gleimtunnels. Außerdem wird die BVG die eigene Flächen auf dem ehemaligen Busdepot Usedomer Straße zu einem Verwaltungsstandort entwickeln.

Die "wachsende Stadt" ist unter Berliner Stadtplanern zu einem festen Begriff geworden. Wenn die Anzahl der Einwohner in Berlin wächst, dann müssen auch die Anzahl der Wohnungen, der Schulen, der Einkaufsmöglichkeiten und vieles andere mehr wachsen. Was für die gesamte Stadt Berlin gilt, das gilt auch für das Brunnenviertel. Die Zahl der Einwohner im Stadtteil wird wachsen, nicht zuletzt aufgrund der Neubauten.

Der Zuzug in die zusätzlichen Wohnungen wird die soziale Struktur des Viertels verändern. Das Sozialmonitoring vergibt für das Brunnenviertel derzeit negative Indikatoren - wie im Beitrag "Zahlen über den Kiez" berichtet. Die neu gewählten Quartiersräte werden deshalb bei ihren Abstimmungen über Projekte auch daran denken müssen, dass die Arbeit des Quartiersmanagements im Brunnenviertel eines Tages enden wird.

LINKS
Die Degewo teilt mit zum Neubau in der Wattstraße Ecke Usedomer Straße.
Bericht vom Richtfest des Neubaus seitens der Degewo in der Graunstraße steht auf der Webseite der Degewo und im Beitrag dieser Webseite.
Eigendarstellung zum 83 Millionen teuren Bauvorhaben mit über 30.000 Quadratmeter Wohnfläche auf 6.500 Quadratmeter Land entlang der Brunnenstraße bietet die Webseite der Cresco Capital Group.
Eigendarstellung zur Bebauung des Geländes nördlich des Mauerparks durch die landeseigene Wohnungsbausellschaft Gewobag und die private Groth Gruppe steht auf auf der Webseite www.gewobag.de und www.so-berlin.de.

Neubau Wattstraße Usedomer Straße Degewo

14.12.2016

Grafik: PM Degewo, Fotos: Andrei Schnell