Liesenbrücken sollen Teil eines Radfernweges werden

Panke Trail im BrunnenviertelBerlin plant Radschnellverbindungen. Eine von elf Routen wird das Brunnenviertel streifen. Unter dem Arbeitstitel Panke Trail wird ein kreuzungsarmer Radweg voraussichtlich über die Liesenbrücken geführt und anschließend neben dem Humboldthain verlaufen. Ziel ist eine durchgehende Verbindung vom Nordbahnhof bis nach Karow.

Liesenbrücke als Radschnellweg

Eine von der infravelo GmbH zur Verfügung gestellte Grafik zeigt anhand einer roten Linie den bislang bevorzugten Weg der möglichen Radfernverbindung. Zu erkennen ist, dass die Liesenbrücken genutzt werden sollen. Die schmalere der beiden denkmalgeschützten Liesenbrücken soll für Fußgänger und für die Radschnellverbindung geöffnet werden. Die größere und breitere Brücke sei an einen Investor verkauft worden, wie es in der Arbeitsgruppe während einer Infoveranstaltung zum Panke Trail hieß. Der Investor habe die Auflage erhalten, die kleinere Brücke für eine Wegeverbindung zur Verfügung zu stellen.

Der Park am Nordbahnhof soll als Grünfläche möglichst geschont werden. Deshalb soll der neue Radweg die Caroline-Michaelis-Straße nutzen und erst nördlich der Volleyballfelder in den Park biegen.

In der Arbeitsgruppe wurden alternative Möglichkeiten diskutiert, wie der Radweg verlaufen könnte. Besonders die geplante Querung der Badstraße nördlich des Brunnenviertels löste Zweifel aus. Die Teilnehmer wünschten sich, dass noch einmal darüber nachgedacht wird, die Gustav-Meyer-Allee zu nutzen. Damit würde die Schwierigkeit umgangen, die Badstraße überqueren zu müssen. Vorteil sei zudem, dass die Kreuzung Gustav-Meyer-Allee, Rügener Straße und Brunnenstraße bereits über eine Ampel verfüge. Auch eine Wegführung durch den Humboldthain und am Kaufland entlang könnte bereits vorhandene Ampeln nutzen.

Ins Spiel gebracht wurde auch der Vorschlag, den Radschnellweg über die Swinemünder Brücke zu führen. Diese Variante wäre preiswerter als der Bau von Rampen und Brücken nördlich des Humboldthains. Dort weist der aktuelle Vorschlag der am besten bewerteten Route erhebliche Höhenunterschiede auf.

Allgemeine Infos zu Radschnellverbindungen

Der Name Radschnellverbindung ist missverständlich. Anders als bei Autobahnen geht es nicht um schnelles Fahren. Schnelligkeit soll durch erreicht werden, indem Kreuzungen vermieden werden. Weitere Eigenschaften einer Radschnellverbindung sind eine Breite drei bis vier Metern. Punkte, die mehr als fünf Kilometer entfernt sind, sollen verbunden werden. Beleuchtung in der Nacht, Vorrang für den Radverkehr und Winterdienst sind vorgesehen. Zur Zeit werden elf solcher Routen geplant. Berlin will im nächsten Jahrzehnt 80 Millionen Euro für Radschnellverbindungen ausgeben. 100 Kilometer sollen die Strecken zusammen lang sein.

Der Panke Trail von Karo kommend mit dem Ast Rosa-Luxemburg-Platz und dem Ast Nordbahnhof würde 18 Kilometer lang sein. Am 10. Mai in der Kastanienallee im Prenzlauer Berg wurde vom Ingenieurbüro Vössing eine Machbarkeitsuntersuchung präsentiert.

Links
Infos zum Panke Trail (Radschnellverbindung vier). bereitgestellt von der landeseigenen Infravelo GmbH, einem Tochterunternehmen der Grün Berlin GmbH
Powerpoint-Präsentation der Machbarkeitsuntersuchung
Allgemeine Infos zu den geplanten Radschnellverbindungen in Berlin bereitgestellt von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz
Infos zum Berliner Mobilitätsgesetz (der Gesetzestext) auf der Webseite der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz

Panke Trail

14.05.2019

Text: Andrei Schnell

Grafik: infravelo/vössing