Holzzelt für Flüchtlinge

Schutzhütte Van Bo le-MentzelArchitekt und Designer Van Bo Le-Mentzel hat am Freitag, 9. Dezember, mit Schülern der Ernst-Reuter-Oberschule eine mobile Schutzhütte gebaut. Wie bei allen Erfindungen von Le-Mentzel geht es ihm darum zu zeigen, dass es gar nicht so schwer ist, die Welt mit eigenen Händen zu verbessern. Das an einem Vormittag errichtete Holzzelt auf Rädern soll nächste Woche zum LAGESO gebracht werden.

A-House nennt Van Bo Le-Mentzel die mit den Schülern und Schülerinnen gebaute Version. A, weil die Form der Hütte an ein A erinnert. Und A, weil es der erste Versuch ist. Grundidee des Hauses ist, dass möglichst viel gesteckt und wenig geschraubt wird. Denn das Haus soll mobil sein; am besten wäre es, wenn es in Einzelteilen mit der U-Bahn transportiert werden könnte. Außerdem können durch Steckbauweise die Einzelteile später für andere Projekte verwendet werden. Zweites Ziel ist, dass die Schutzhütte im Baumarkt nicht viel mehr als 100 Euro kostet. Benötigt werden für das Minihaus acht Bretter mit den Abmaßen 40 mal 200 cm. Und acht Meter Kantholz. Dazu kommen Räder.

Anlass für den Entwurf des Zeltes sind Bilder aus dem Fernsehen vom Sommer und Herbst, die zeigten, wie Menschen auf dem Gelände des LAGESO übernachteten. Das Zelthaus aus Holz bietet Schutz vor Wind und Regen und vor dem kalten Erdboden. Da es auf Rädern steht, kann es jederzeit auf dem Gelände verschoben werden.

Lehrer Mario Bernert hat an der Ernst-Reuter-Oberschule die Koordination der Baus übernommen. Mit seinen Schülern und Schülerinnen einer Vorbereitungsklasse baute er am A-Haus mit. In Vorbereitungsklassen lernen Jugendliche ein Jahr lang vor allem Deutsch bevor sie dann in die Regelklassen wechseln. Von der Idee zum Bau einer mobilen Schutzhütte für Flüchtlinge war er sofort begeistert.

Der Bau der Schutzhütte fand im Rahmen der Schooltalks statt, die noch bis nächsten Freitag, 18. Dezember, an der Ernst-Reuter-Schule stattfinden. Schooltalks ist ein vom Quartiersmanagement mit Mitteln der Sozialen Stadt gefördertes Projekt, bei dem Jugendliche das Leben nach der Schule kennen lernen.

Van Bo Le-Mentzel ist bekannt durch die von ihm entworfenen Hartz-IV-Möbel, dem Ein-Quadratmeter-Haus und der Kampagne Konstruieren statt Konsumieren.

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Van Bo Le-Mentzel

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9.12.2015

Text und Foto: Andrei Schnell