Studentinnen befragten Senioren

SeniorenÄlter werden ist nicht einfach. Oder doch? Drei Studentinnen der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB) wollten es genau wissen und befragten sechs Senioren der Freizeitgruppe. "Alter und Sozialraum" nannten die drei ihre Studie, die sie als Modularbeit bei der KHSB einreichten. Die Ergebnisse der Untersuchung basieren auf so genannten qualifizierten Interviews. Am 22. Januar stellten sie ihre Erkenntnisse zur Diskussion.

Im theoretischen Wissen über Alter und Älterwerden hatten die drei Studentinnen einen klaren Vorteil. Dieses Wissen verhalf ihnen, aus den während der Interviews gegebenen Antworten sieben Themenkomplexe herauszufiltern. Doch im Detail und bei bestimmten Formulierungen hakten die diskussionsfreudigen Rentner der Freizeitgruppe dann doch nach. Sie hatten den jungen Studentinnen zuvor in Einzelgesprächen viel über ihr Leben erzählt. Als nun Ruth Härlin, Veronika Bamba und Elisa Stahmer daraus in anonymisierter Form wissenschaftliche Thesen zogen und präsentierten, da kam rasch eine lebhafte Debatte in Gang.

SeniorenKomplex eins von sieben war das Thema Ruhestand. Die sechs befragten Senioren bewegt hier das Empfinden von neuer Freiheit und neuen Aufgaben. Einig waren sich die Älteren, das Gesundheit die Voraussetzung für alles ist. Doch uneins war sich die Gruppe, ob die Rente reicht. Oder ob die Rente der Erwartung, sich nach dem Arbeitsleben ein Ruhegeld verdient zu haben, gerecht wird? Oder ob der gesetzliche Zeitpunkt des Renteneintritts früh oder spät ist.

Um die richtige Formulierung rang die Gruppe im offenen Gespräch auch bei der Frage, ob 60 das neue 50 ist. Wo der Jugendwahn der Alten anfängt, wurde diskutiert. Und was hat es mit biologischen, sozialen und zahlenmäßigen Alter auf sich? Gesprochen wurde auch darüber, was der medizinische Fortschritt zur Frage beiträgt, wie alt sich Alter anfühlt.

Für die drei Studentinnen dürfte es aufschlussreich gewesen sein, wie ihre Thesen aufgenommen wurden. Für die Senioren war der Nachmittag mit Debatte ein anregender Moment, über sich und ihr Älterwerden nachzudenken. Der Austausch in der Gruppe war sicherlich auch für sie aufschlussreich.

Senioren

01.02.2018

Text und Fotos: Andrei Schnell