Januar 2013

Eine Exkursion im Lümmelsofa

Ein wenig verschlafen hingen die Jugendlichen in den Sofas. Am 17.1.13 begann der Unterricht für sie nicht in der Ernst-Reuter-Oberschule, sie sollten im Haus Phönix in der Koloniestraße etwas von einem Polizeibeamten und einem ehemaligen Drogenabhängigen lernen.

Die wenigsten Jugendlichen glauben offensichtlich, dass sie das interessieren könnte, manche versuchen, unbeobachtet den Knopf mit der Musik ins Ohr zu bekommen. Die Jugendlichen sind Schüler einer achten Klasse, zwischen 13 und 15 Jahre alt. Zwei Lehrerinnen sorgen dafür, dass die Mützen abgenommen werden und keiner dazwischen redet.

Die Reise, auf die Klaus Großer und Polizist Peter Jerke die Jugendliche mitnehmen, ist ein Trip in die fremde, jedoch für viele der Pubertierenden verlockende, weil verbotene Welt der illegalen Drogen. Und dieser Ausflug hat wenig mit einem Schülervortag, einer trockenen Wandzeitung oder Computer-Präsentation zu einem Thema zu tun, bei dem man vorher genau weiß, was der Lehrer hören will. Die Idee der Präventionsveranstaltung im Rahmen des Netzwerkes „Wir lassen und nicht betäuben“ ist einfach: Klaus Großer erzählt seine Geschichte. Er erzählt sehr offen, wie er anfing, Drogen zu nehmen, wie aus Haschisch Kokain wurde und aus Kokain Heroin. Mit allen, auch unappetitlichen Details, erzählt er von seinen Erlebnissen im Gefängnis, von seinen Wegen und Umwegen im und aus dem Leben als Junkie.

Im zweiten Teil der Exkursion ist Peter Jerke der Fremdenführer. Er erklärt sehr plastisch, was geschieht, wenn ein Jugendlicher mit einem Joint erwischt wird, zum Beispiel im Humboldthain: Drogen abnehmen, auf weitere Drogen durchsuchen, Anzeige schreiben, nach Hause begleiten, Hausdurchsuchung, Meldung an die Führerscheinstelle. Die Jugendlichen bekommen einen Vortrag über die rechtlichen Konsequenzen, der nicht belehrend klingt, der interessant ist und trotz seines sehr locker-jugendlichen Tons ganz bestimmt für manche abschreckend wirkt.

Fast drei Stunden später, dieselben Sofas, dasselbe Thema, immer noch Haus Phönix. Die Jugendlichen sind aufgewacht. Ein großer Teil der müden Masse nimmt teil. Vielen melden sich, stellen Fragen, erzählen von eigenen Beobachtungen. Es ist ein lebendiges Gespräch geworden, ein Austausch. Man merkt, dass die Rechnung aufgegangen ist: Klaus Großer und Peter Jerke haben die Jugendlichen erreicht. Sie wollen wissen, sie wollen genau wissen und sie wollen mitreden. Am Ende können die beiden Männer nicht alle Fragen beantworten. Die Exkursionszeit ist um.

Das Netzwerk „Wir lassen und nicht betäuben“ ist ein Zusammenschluss verschiedener Partner, die sich um die Drogen-Präventionsarbeit kümmern. Das Quartiersmanagement Brunnenviertel-Brunnenstraße ist auch Netzwerkpartner. Im Rahmen des Netzwerkes arbeitet die Berliner Polizei (Abschnitt 36) mit dem ehemaligen Drogenabhängigen zusammen und führt gemeinsame Aufklärungsveranstaltungen für Jugendliche durch. In diesem Jahr wird das Netzwerk fünf Jahre alt.

Dominique Hensel

Der Beitrag erschien auf der Homepage des Quartiersmanagements Brunnenviertel-Brunnenstraße.

 

Die Klasse 6b besuchte den Reichstag

Wenn man in den Reichstag hineingeht, bekommt man erst eine Führung. Diese Leute zeigen Wände aus dem 2. Weltkrieg, die beschriftet sind mit Zahlen und Namen von den Leuten, die dort im 2. Weltkrieg gearbeitet haben. Die Zahlen zeigen, wann der Krieg beendet war. Von diesen Wänden gibt es mehrere im Reichstag. Durch die Führung bekommt man noch viele schöne Sachen zu sehen.

Unsere Klasse 6b aus der Gustav-Falke-Schule hatte auch ein Gespräch mit Herrn Wieland. Der Herr Wieland ist ein Abgeordneter und kommt aus der Partei der Grünen. Wir haben ihm viele Fragen gestellt, die uns interessierten, aber die Antworten waren noch interessanter. Er erzählte uns, dass Politik auch nicht ganz einfach ist wie man es sich vorstellt. Man hat zum Beispiel viele politische Termine. Das bringt es dann, dass man so spät nach Hause kommt und ungefähr um 1 Uhr ins Bett geht. Herr Wieland arbeitet zehn Stunden am Tag. Für ihn, aber auch für andere Abgeordnete gibt es sehr viele Spätdienste.

Herr Wieland ist fast immer mit den anderen Abgeordneten zusammen, er macht Innenpolitik. Sie sind sehr unterschiedlich, erzählte er uns, und es gibt besondere Abgeordnete. Ein Tag für einen Abgeordneten hat viele Sitzungen. Herr Wieland sagte, dass seine Arbeit auch mal grauenhaft langweilig ist.
Parlament heißt einfach reden, sozusagen. Melden muss er sich nicht, er kann einfach reinrufen. Die Partei der Grünen findet er gut. Manchmal ist er allein gegen ein Gesetz, doch später kommen auch andere Leute von der Politik und sind dann auch gegen das Gesetz. In der Politik müssen nicht alle mit einem Gesetz einverstanden sein, man braucht nur die Mehrheit.

Frauen haben immer noch weniger Rechte als Männer, sagte Herr Wieland.

Politik hat ihn schon immer interessiert. Schon als er klein war, war das sein Hobby und er las sogar schon Zeitung. In der Schule war er mittelmäßig, aber früher konnte man auch mit solchen Noten studieren. Sein Kindheitstraum war, nach Afrika zu reisen und eine Eisenbahn zu bauen.

Es macht ihm sehr viel Spaß, in der Politik zu arbeiten. Bodygards hat er aber nicht. Im Abgeordnetenhaus war Herr Wieland schon viele Jahre und ist seit 2005 im Bundestag.

Nach dem Interview bekamen wir noch Schokoweihnachtsmänner und ein Autogramm. Dann gingen wir in die Kuppel und haben uns die schöne Aussicht angesehen.

Kosovare Cocaj, Klasse 6b

 

 

Fotos: R. Damman

„Ein Augenblick“ – Fotoausstellung von Schülern

Am 24.1.13 wurde die Fotoausstellung „Ein Augenblick“ in der Gustav-Falke-Schule eröffnet, an der die Schüler der Klasse 6b lange gearbeitet haben. Seit fast zwei Jahren besuchen die Schüler alle zwei bis drei Wochen wechselnde Ausstellungen im Martin-Gropius-Bau, sehen sich Fotos oder Bilder oder Objekte an. Im Schülerprojekt MGB Kunst2 beschäftigen sie sich dann mit dem, was sie gesehen haben und schaffen danach eigene "Werke".

In der aktuellen Ausstellung haben sie sich beispielsweise mit der Frage auseinandergesetzt wie „Wer bin ich?“. Dazu sahen sie sich Fotos der Künstlerinnen Diane Arbus und Regina Schmeken an und fotografierten dann Menschen in ihrem Umfeld. Dazu notierten sie sich genau, wann, wo und warum sie gerade diese Menschen im Bild festhielten. Ein anderes Thema war Sport und die Fotoreportage „Unter Spielern“ über die Fußballnationalmannschaft. Die Schüler machten Bewegungsstudien, untersuchten, wie Sportler in der Geschichte dargestellt wurden und woher eigentlich die olympischen Spiele kommen.

Danach wählten sie die Fotos für ihre Ausstellung, fertigten Passepartouts an und diskutierten die Reihenfolge der Aufhängung, also alles das, was auch ein Kurator machen würde.

Möglich wurde das Projekt durch die Förderung der Aventis Foundation, betreut durch Dr. Susanne Rockweiler, stellvertretende Direktorin des Martin-Gropius-Baus.
„Die Kooperation mit der Gustav-Falke-Schule besteht schon seit 2009“, erzählt sie. „Ursprünglich haben wir mit 1. bis 3. Klassen gearbeitet, dann aber ein neues Format entwickelt für 5. und 6. Klassen.“ Gemeinsam mit den Lehrern und Erziehern wird ein Ausstellungsplan erstellt, so dass diese das Erlebte im Unterricht nachbereiten und einbinden können.
„Die Lehrer berichten uns, dass die Schüler danach im Unterricht konzentrierter mitarbeiten und sich auch ihre Aufmerksamkeit für Feinheiten in Bildern und Fotos verbessert, sie schauen genauer hin.“ Das Projekt soll weitergeführt werden, eine weitere Klasse hat sich schon angemeldet.

Übrigens können sich auch andere Schulen für Schülerprojekt MGB Kunst2 melden unter organsiation@gropiusbau.de.

 

ReF

Wünsche für tolle Ferien

Ein „Wunschbaum“ stand in den Adventswochen im Familienzentrum, geschmückt mit Perlen und Lichterketten – und Wünschen. Die kleinen Besucher des Zentrums sollten ihre Vorstellungen von spannenden und abwechslungsreichen Ferien aufschreiben und an den Baum hängen. Damit möchte der Verein „Frecher Spatz“, der demnächst die Ferienaktivitäten im Brunnenviertel plant und durchführt, besser auf die Wünsche der Kinder und ihrer Familien eingehen können.

Einige der Vorschläge lassen sich sicher mit wenig Aufwand organisieren, für andere hingegen wird sich der Verein wohl Verbündete und Kooperationspartner suchen müssen. Was aber wünschen sich nun die Kinder?

 

Die Vorschläge – weitere sind übrigens erwünscht - werden nun ausgewertet und fließen in die Ferienplanung mit ein.  ReF

Das waren die Weihnachtsferien 2012/13

„Stellt Euch vor, Ihr habt nur 30 Euro, wollt aber für 35 Euro einkaufen. Was macht Ihr?“ Theaterpädagoge Ufuk Güldü erklärt den Mädchen und Jungen, die an diesem Samstags ins Theater28 gekommen waren, eine Situation, die sie nachspielen sollen. Jeweils drei überlegen sich eine Story und wie sie sie umsetzen können. Heraus kamen ganz unterschiedliche Szenen, die von den Kindern nach dem Vorspielen analysiert wurden. Schauspielern ist doch nicht so leicht, wie es im Kino immer aussieht. Und im Theater gibt es dazu noch andere Regeln als im Film: Wie flüstert man so, dass es auch die letzte Reihe noch versteht? Wie stellt man etwas dar, ohne es erklären zu müssen? Wieso war die Idee mit der Klau-Szene doch nicht so gut? Geduldig erläutert Ufuk Güldü die Feinheiten des Theaterspiels. Es ist der vorletzte Tag des Ferien-Theaterworkshops, der im Rahmen des Projektes „Ferien für alle“, organisiert vom Verein „Frecher Spatz“ e.V., angeboten wurde. Der Workshop war gut besucht, die Kinder mit großem Spaß dabei.

Ein weiteres Ferienangebot war das Streetball-Turnier in der Phorms-Schule am 30. Dezember. Fünf Mannschaften kämpften um Punkte und den Sieg, angeleitet von Trainern des Vereins Weddinger Wiesel e.V. Der bietet übrigens Mädchen ab sechs Jahren ein kostenloses Basketball-Training an; Mittwoch, 16.30 bis 18 Uhr in der Wiesenstraße 56-58.

Weniger gut lief die Geschenke-Umtauschbörse am 4. Januar im Familienzentrum. Dennis und Lisa-Michelle hatten zwar einige Bücher und Videos mitgebracht, fanden aber keinen zum Tauschen. Da hat der Weihnachtsmann im Brunnenviertel wohl die Wunschzettel ganz genau abgearbeitet. Die Beiden waren übrigens auch mit dem alten Mann zufrieden. Sie dürfen sich ihre Weihnachtsgeschenke selbst aussuchen, müssen aber dann bis zum 24. Dezember warten. Ein Geschenk kennen sie jedoch nicht. Trotzdem bleibt es für sie spannend, „wir haben Weihnachten schon vergessen, was es war.“
ReF