Juli 2015

Roggenernte an der Bernauer Straße

Roggenernte VersöhnungskappelleEs ist seit zehn Jahren ein Zeichen des Lebens auf dem ehemaligen Todesstreifen an der Bernauer Straße: das Getreidefeld rund um die Kapelle der Versöhnung. Nun ist es wieder so weit, der Roggen ist gereift. Sofern es an dem Tag nicht regnet wird er am Donnerstag (30.7.) ab 10 Uhr geerntet.

Nach dem Fall der Mauer haben Ostberliner Grün-Aktivisten um die Künstler Anna Lobeck, Peter Schwarzbach und Manfred Butzmann im Frühjahr 1990 Lupine im Mauerstreifen ausgesät. Das war der erste Versuch, wieder Leben dorthin zu bringen, wo während der deutschen Teilung viele Menschen gestorben sind. Der Roggen kam 2005 an die Bernauer Straße im Rahmen eines zunächst temporären Kunstprojektes des Bildhauers und Steinmetzes Michael Spengler. Die erste Aussaat wurde vom Berliner Landwirt Joachim Henke per Hand ausgebracht. In diesem Jahr wurde zum nunmehr zehnten Mal gesät, und nun wird geerntet.

Aussaat und Ernte gehören inzwischen zu den festen Terminen der Evangelischen Versöhnungsgemeinde. Auch für die Besucher der Gedenkstätte „Berliner Mauer“ ist das Roggenfeld ein obligatorischer Stopp auf ihrem Rundgang.

Die Versöhnungsgemeinde hat bereits seit 2006 Unterstützung durch die Berliner Humboldt-Universität. Studenten helfen und der Universitäts-Landwirt Gerd-Uwe Bösche bearbeitet mit neuester Technik den halben Hektar Boden, sät und erntet. Bei der Roggenernte kommt so ein Parzellenmähdrescher der universitären Lehr- und Forschungsstation zum Einsatz. Das geerntete Korn wird übrigens von einem Bio-Bäcker vermahlen und für die Kirchengemeinde verbacken.
 
Erntetermin 2015: Geerntet wird am 30. Juli ab 10 Uhr. Bei Dauerregen wird die Ernte auf die Folgetage verschoben.

Roggenernte Versöhnungskappelle

28.07.2015

Text und Foto: Dominique Hensel

Fotos aus dem Kriegsgebiet in der Ukraine

Yevgenia BelorusetsYevgenia Belorusets hat ein Jahr lang die Ostukraine bereist. Das Reiseziel der Fotografin war es, das friedliche Leben in einem unerklärten Krieg an der Ostgrenze Europas festzuhalten. Ihre Bilder sind ab 14. August in der Kapelle der Versöhnung zu sehen. Sie möchte mit ihrer Arbeit den Fernsehbildern entgegenwirken, die ausschließlich Gewalt zeigen und viel zu selten den schwierigen Alltag. Sie interessiert sich dafür, wie die Menschen trotz allem schaffen, Gemeinschaft und Zusammenhalt zu bewahren.

Auf den Fotos fehlt der Krieg und auch seine Folgen. Im Mittelpunkt stehen Bergarbeiterinnen aus dem Donbass, einer Industrieregion in der Ukraine. Zu sehen sind Frauen, die ohne Lohn arbeiten müssen und auf Rückkehr zur Normalität hoffen.

Yevgenia Belorusets zeigt mit ihrer Ausstellung eine Fotoserie, die sie bereits im ukrainischen Pavillon während der bedeutenden Kunstausstellung "Biennale Venedig" präsentiert hat. Pfarrer Thomas Jeutner ist stolz, diese besondere Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dem Auswärtigen Amt und dem Journalistenverband n-ost zeigen zu können.

"Versöhnung, die wir verpasst haben - Fotoausstellung zum Donbass dokumentiert Leben und Arbeiten im Krieg" wird der Titel der Ausstellung in der Bernauer Staße 4 lauten. Die Ukrainerin Yevgenia Belorusets fasst ihre Arbeit so zusammen: "Aber wir, als Nachrichtenleser und somit Zeugen dieses Krieges, bemerken kaum jene, die sich im Kriegsgebiet nicht auf die Regeln des Krieges einlassen wollen."

Die Ausstellung wird bis zum 11. November täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr zu sehen sein.

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Yevgenia Belorusets
Evangelische Kirchengemeinde Versöhnung

Yevgenia Belorusets22.07.2015

Text: Andrei Schnell

Fotos: Yevgenia Belorusets

Jeden Sonntag Sport

Bewegungsparcours BrunnenviertelIm Sommer bringt der Verein bwgt e.V. jeden Sonntag die Spieleausleihkisten zum Vinetaplatz. Ab 14.30 Uhr können kostenlos Spiele mit und ohne Ball bis 17.30 ausgeliehen werden. Gleichzeitig werden die jeweils neu fertiggestellten Bewegungsparcours in den Höfen der degewo vorgestellt. Ein Trainer von bwgt e.V. gibt an diesen Tagen Tipps für die sichere Benutzung der Parcours. 

Die nächsnten Termine sind: 26. Juli, 2. August, 9. August, 16. August.

Das Angebot richtet sich an alle Altersgruppen.

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bwgt e.V.

Bewegungsparcours bwgt Brunnenviertel bewegt

21.07.2015

Text: Andrei Schnell

Grafik: bwgt e.v.

Honigernte in der Ernst-Reuter-Schule

Honigernte Ernst Reuter Oberschule Brunnenviertel Bienen Kurz vor den Ferien ist für zwöfl Schüler der Ernst-Reuter-Oberschule noch eine wichtige Aufgabe zu erledigen. Trotz Regens ernten die Schüler einer 10. Klasse auf dem Dach der Ernst-Reuter-Schule ihren ersten eigenen Honig. Ein ungewöhnliches Projekt findet damit für dieses Schuljahr seinen Abschluss.

Es ist Schuljahresende. Und gleichzeitig ist die Lindenblüte vorbei. Das heißt, es geht nun ans Honigernten. Drei Arbeitsschritte sind am Ende der Bienensaison nötig, um Honig zu gewinnen. Im Bienenstock, vom Fachmann Beute genannt, befinden sich kleine Kästen, die Rähmchen. Diese müssen geprüft werden, denn ins Honigglas soll nur Honig gelangen und nicht etwa die Brut. Ein Rähmchen trägt zwei Kilogramm Honig und ist damit schwerer als der Laie denkt. Dann wird entdeckelt. Das heißt, das Wachs, das ebenfalls nichts im Honigglas zu suchen hat, wird abgekratzt. Lehrer Heidelberg hat sofort Ideen: "Mit dem Wachs, das wir beim Entdeckeln abschaben, können die Chemielehrer Salben herstellen. Oder ähnliche Dinge. Schön mit Kräutern aus unserem Schulgarten." Kein Zweifel, Herr Heidelberg ist begeistert. Im letzten Schritt schließlich kommen die Rähmchen in die Zentrifuge und werden geschleudert. Der Ertrag der ersten Ernte: für jeden Schüler ein halbes Gläschen. Nicht schlecht für den Versuch bei dem Lehrer und Schüler gleichermaßen lernten.

Imkern in der Stadt ist in Berlin mittlerweile kein Randthema mehr. Über 1000 Imker gibt es in der Großstadt Berlin nach Angaben des Imkerverbands Berlin e.V. Noch kein Trend hingegen ist das Pflegen und Hegen von Bienen in Schulen. Lehrer Heidelbach an der Ernst-Reuter-Oberschule ist zwar nicht der erste Lehrer in Berlin, der mit Schülern Honig herstellt, aber noch kann er sich mit seinem Bienenunterricht als Vorreiter verstehen. Ihm zur Seite steht Imkerpädagoge Josef Meinhardt, ein pensionierte Lehrer, der engagierten Lehrern neben den Kniffen der Bienenbetreuung auch pädagogische Tricks für die Arbeit von Schülern mit Bienen beibringen will.

Fünf Fachlehrer haben an der Ernst-Reuter-Schule die pädagogische Weiterbildung zum Imkern mit Schülern abgeschlossen. Zum Beispiel engagieren sich auch Gartenlehrerin Frau Christina Nitzsche und Fachbereichsleiter Herr Thiele für die Schulbienen. Klar, dass sie an diesem besonderen Tag der Honigernte dabei sind.

WAT ist ein Wahlpflichtfach. WAT heißt Wirtschaft-Arbeit-Technik. Wahlpflicht heißt, die Schüler können aus mehreren Angeboten ein Thema für sich auswählen, aber sie müssen sich auch für eines entscheiden. Die zwölf Schüler im Alter von 15 bis 16 Jahren der Ernst-Reuter-Schule, die Herrn Heidelbergs Angebot gewählt haben, starteten im September 2014 mit dem Bau der Rähmchen. Im Februar 2015 begann die wöchentliche Pflege und Kontrolle der Bienen. 60 Minuten in der Woche erlaubte der Stundenplan. "Im Fach WAT soll ein komplexes Produkt hergestellt werden, und Bienenhonig ist ein komplexes Produkt." WAT-Lehrer Herr Heidelbach bringt das Jahresthema auf den Punkt.

Unterstützt wird das Projekt von School Turnaround, einem Förderprogramm des Berliner Senates und der Robert-Bosch-Stiftung. Am 1. Juli gewann das Projekt den Umweltpreis des Bezirksamtes Mitte.

LINKS
School Turnaround - Berliner Schulen starten durch
Imkerverband Berlin e.V.
Imkerei-Pädagogik
Umweltpreis Mitte
Ernst-Reuter-Oberschule

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17.07.2015

Text und Fotos: Andrei Schnell

Blick auf das Brunnenviertel

Jonas Kertscher - Wahrnehmung und Darstellung des BrunnenviertelsLeben Sie gern im Brunnenviertel? So fragte Jonas Kerscher, Soziologiestudent, im Februar dieses Jahres einige Menschen aus dem Brunnenviertel. In seiner Studie verglich er die Antworten mit der Darstellung des Brunnenviertels in regionalen und überregionalen Zeitungen. Sein Fazit: Der Kiez wird in den Medien nicht schlechter dargestellt, als die Menschen selbst das Viertel sehen.

Der Titel der Bachelor-Arbeit von Jonas Kertscher lautet: "Wahrnehmung und mediale Darstellung eines vermeintlichen 'Problemviertels'". Sehr ausführlich wird anhand verschiedener Aspekte wie Architektur, Schulen oder Sozialstruktur beschrieben, wie Bewohnersicht und Zeitungssicht in den letzten 10 Jahren sich gewandelt haben. Er verwendet den theoretischen Begriff Raumbild und kommt zu dem Schluss, dass im und über das Brunnenviertel gerade das zusammenfassende und beschreibende Schlagwort "abgestürzter Problemkiez" durch "Potentialkiez im Kommen" ersetzt wird.

Dem Studenten geht es in seiner Studie ausschließlich um Wahrnehmungen, nicht um eine Beschreibung des wirklichen Zustandes. Aber Wahrnehmungen und Darstellungen prägen und haben reale Folgen. Interessant an der Untersuchung ist, dass die Menschen seit langem gern im Quartier wohnen, obwohl die Darstellung in den Medien vor 10 Jahren noch durchweg negativ war. Auch berichten die Bewohner und Bewohnerinnen, dass sie gute Kontakte zu ihren Nachbarn haben. Problematisch wurde bereits im Februar die hohe Zahl der Wettbüros gesehen.

Spannend auch, dass vor einem halben Jahr viele der Befragten angaben, ihre Kinder in Alt-Mitte zur Schule zu schicken. Aktuelle Befragungen durch den Kiezreporter zeigen, dass für immer mehr Eltern die Gustav-Falke-Grundschule erste Wahl ist. Auch ein Änderungsprozess?

Die Studie von Jonas Kertscher kann durch Klick auf das Wort hier gelesen werden.

Wahrnehmung Darstellung Brunnenviertel Jonas Kertscher Bachelor

16.07.2015

Text und Fotos: Andrei Schnell

Newsletter des Familienzentrums erschienen

Familienzentrum Wattstraße Newsletter 3 Quartal 2015Das Familienzentrum in der Wattstraße hat den Newsletter für das 3. Quartal 2015 verschickt. Das regelmäßige Programm des Familienzentrums wird auf Seite 2 tabellarisch dargestellt. In der ersten Ferienwoche ab dem 20. Juli beginnt das Ferienprogramm. Erklärt werden die religiösen Feste Ramadan und Opferfest.

Die regelmäßigen Angebote des Familienzentrums in der Wattstraße reichen von der Sprechzeit der Kiezmütter am Montag, über orientalischen Tanz am Dienstag oder über Bewegung für Schwangere am Donnerstag bis zum Deutschkurs. Die Vätergruppe trifft sich jetzt immer am Sonntag von 14 bis 17 Uhr.

Bis zum 20. Juli sollte sich bitte anmelden, wer einen Ausflug zum Zoologischen Garten machen möchte. Die Beteiligung für diesen Höhepunkt des Sommerferienprogramms beträgt 5 Euro. Der Ausflug findet am 23. Juli statt.

Jetzt schon weist der Newsletter hin auf das Bildbuchkino am 18. September und auf das Kinderfest mit gleichzeitiger Feier 10 Jahre Quartiersmanagement im Brunnenviertel am 12. September.

Der Newsletter als PDF kann durch Klick auf das Wort hier eingesehen werden.

Familienzentrum Wattstraße Newsletter 3 Quartal 2015

15.07.2015

Text: Andrei Schnell

Rückblick auf den sechsten Familienflohmarkt

Sechster Familienflohmarkt im Brunnenviertel auf dem VinetaplatzAm Samstag, 11. Juli, wurde zum sechsten Mal im Kiez getrödelt. Dieses Mal auf dem Vinetaplatz. Durch Klick auf Weiterlesen sind hier Fotos von diesem Tag zu finden. Weitere Fotos sind (auch ohne Anmeldung) auf Facebook zu sehen und auf YouTube gibt es noch einen Film von 60 Sekunden.

Das Projekt "Kiezflohmärkte/Fortführung Flohmarktreihe" wird aus dem Projektfonds mit Mitteln der Sozialen Stadt gefördert.

Sechster Familienflohmarkt im Brunnenviertel 2015 auf dem Vinetaplatz Sechster Familienflohmarkt im Brunnenviertel 2015 auf dem Vinetaplatz
Sechster Familienflohmarkt im Brunnenviertel 2015 auf dem Vinetaplatz

Sechster Familienflohmarkt im Brunnenviertel 2015 auf dem Vinetaplatz

 

Sechster Familienflohmarkt im Brunnenviertel 2015 auf dem Vinetaplatz Sechster Familienflohmarkt im Brunnenviertel 2015 auf dem Vinetaplatz

Sechster Familienflohmarkt im Brunnenviertel 2015 auf dem Vinetaplatz13.07.2015

Text und Foto: Andrei Schnell

Brunnenviertel ist Bildungsstandort

Ernst Reuter OberschuleFür Kindergärten, Grundschulen, Oberschulen, Ausbildungsschulen und Universitäten endet im Juli das Bildungsjahr 2014/2015. Mit Zeugnissen und Abschlüssen werden Schüler/Schülerinnen und Studenten/Studentinnen in die Ferien oder in das Leben entlassen. Ein Blick auf die Bildungseinrichtungen im Kiez zeigt, dass das Brunnenviertel sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Bildungsstandort in Berlin entwickelt hat.

Es ist wenig bekannt, dass das Brunnenviertel ein bedeutender Hochschulstandort ist. Die Technische Universität mit ihrem Hauptsitz in Charlottenburg forscht und lehrt in ehemaligen AEG-Gebäuden in der Ackerstraße und in der Gustav-Meyer-Allee. Beispielsweise feierte der Masterstudiengang "Bühnenbild_Szenischer Raum" unter dem Titel "Out of the Box" am Freitag, 10.Juli, zum zwölften Mal das diesjährige Ende des Studiengangs im Brunnenviertel.Als Abschlussarbeiten entwarfen die jungen Menschen zum Beispiel ein Theatermuseum, das ein Föderverein in Berlin mittelfristig eröffnen möchte.

Fünf Berufsschulen unter einem Dach vereinigen die Lazarus-Schulen in der Bernauer Straße. Sie bieten von der Berufsfachschule für Sozialwesen bis zur Fachoberschule für Sozialwesen mehrere Ausbildungen an. 150 Jahre Geschichte feierten die Lazarus-Schulen am 10. und 11. Juli. 1865 war der Lazarus-Kranken-Verein gegründet worden.

Die kleinsten Bildungsgänger im Kiez sind die Kinder der zehn Kindergärten und Kinderläden im Brunnenviertel. Sie freuen sich einfach auf die Schließzeiten. Denn Schließzeit bedeutet für sie, dass nun Wochen beginnen, in denen die Eltern viel Zeit für sie haben werden. Dass ein Bildungsjahr mit Förderung wichtiger Kompetenzen nach dem Berliner Bildungsprogramm hinter ihnen liegt, haben sie wahrscheinlich nicht bemerkt (aber dennoch viel gelernt).

Grundschüler der fünf Grundschulen gehen mit ihren ersten Zeugnissen in die ersten großen Ferien ihres Lebens. Die Gustav-Falke-Grundschule mit ihrem Profil "Naturwissenschaten ab Klasse 1" ist dabei über den Kiez hinaus für viele Eltern eine erste Wahl für die Einschulung ihrer Kinder geworden. (Übrigens sollte man schon jetzt an die Einschulung 2016 denken. Ausführliche Informationen stellt die Schulverwaltung in der Broschüre "Einschulung 2016" bereit.)

Nach 10 Schuljahren haben viele Schüler und Schülerinnen der Ernst-Reuter-Oberchule ihre Schulzeit mit dem Mittleren Schulabschluss abgeschlossen. Einige Jugendliche gehen nach 13 Schuljahren mit dem Abitur ins Leben.

Man kann mittlerweile vom Kindergarten bis zur Universität alle Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten im Brunnenviertel durchlaufen.

Links:

Alle Kitas sind auf www.berlin.de/sen/jugend gelistet oder in der Broschüre "Kitas im Brunnenviertel" vorgestellt.

Das Berliner Bildungsprogramm findet sich ebenfalls auf der Seite www.berlin.de/sen/jugend.

Broschüre "Schulbeginn 2016 - Ein Ratgeber für Eltern und Schulanfänger" beantwortet alle Fragen zum Thema.

Die Iniative Theater Museum informiert auf ihrer Webseite www.theatermuseum.de.

Bühnenbild Szenischer Raum

13.07.2015

Text und Foto: Andrei Schnell

Repair-Café: Zweite Chance für den Toaster

Repair Cafe im FreizeiteckSchrauben, schleifen, schweißen, schlürfen - solche Geräusche gab es kürzlich im Freizeiteck in der der Graunstraße zu hören. Der Grund: das Repair-Café, ein Mitmach-Kiezprojekt für alle, hat seine Arbeit aufgenommen. Am 22. Juli und am 26. August, jeweils von 17 bis 20 Uhr, öffnet das Repair-Café das nächste Mal.

Jeder kennt das - ein neues Gerät glänzt uns aus dem Schaufenster an. Es ist so praktisch, so schön, doch nach einiger Zeit ist es (scheinbar) kaputt. Sein weiterer Weg durch die Tonnen der Großstadt so gut wie sicher. „Muss das so sein?“ haben sich eine Handvoll Tüftlerinnen und Tüftler im Weddinger Brunnenviertel gefragt und kurzerhand das „Repair-Café“ im Kiezladen gegründet.
 
Bereits zur Eröffnung am 24. Juni kamen einige interessierte Anwohner vorbei, um zu erfahren, wie sie liebgewonnene Gegenstände mit ein paar Handgriffen reparieren können. „Ich
habe im Mauergarten von dem Projekt gelesen und bin sehr überzeugt von dem Ergebnis.“, berichtet ein Gast. „Meine Kopfhörer sind wieder ganz und ich habe dabei noch Löten gelernt.“
 
Die Idee hinter dem Projekt: eine regelmäßige Selbsthilfewerkstatt zur Reparatur defekter Gegenstände mit der Unterstützung von Freiwilligen und das in wohliger Atmosphäre bei Kaffee, Kuchen und sonstigen Leckereien. Durch die Fülle an Helfern ist es möglich, die verschiedensten Sachen wieder fit zu machen. So kann dem quitschenden Fahrrad, einer eingerissenen Hose, wackeligen Holzstühlen oder dem rauchenden Laptop zu Leibe gerückt werden. Dabei wird wertvolles Wissen von Mensch zu Mensch weitergegeben, es entstehen Begegnungen, die im Gedächtnis bleiben.
 
Ärgerlich ist es, wenn teure Elektrogeräte nach ein paar Wochen plötzlich einen Wackelkontakt haben. Was viele nicht wissen: dieser häufige Fehler ist mit ein paar gezielten Handgriffen zu beheben! Durch das gemeinsame Basteln können nicht nur Müll und Energie, sondern auch bares Geld gespart werden, indem man die Lebensdauer der Habseligkeiten verlängert. Das haben auch Studierende der Technischen Universität Berlin, angehende Technische Umweltschützer, erkannt und unterstützen das Repair-Café Brunnenviertel wissenschaftlich. Die Gruppen erheben im Rahmen einer Lehrveranstaltung, wie viel Treibhausgase durch das Reparieren eingespart werden kann und entwickeln Vorschläge für eine Strategie der Öffentlichkeitsarbeit.
 
Das Projekt des Bürgernetzwerkes "bv kompakt" wird mit Mitteln aus dem Programm „Soziale Stadt“ (Aktionsfonds) unterstützt. Das Geld wird für Werkzeuge und Ersatzteile verwendet.
 
Alle Neugierigen sind herzlich eingeladen, jeden 4. Mittwoch im Monat dabei zu sein. Um vorherige Anmeldung unter repaircafe@brunnenviertel.de oder der Nummer (0176) 80 84 16 03 wird gebeten. Außerdem sucht das Projekt nach Menschen, die ein Handwerk beherrschen oder sich auf einem Gebiet auskennen. Das Team benötigt noch Unterstützung in den Bereichen Nähen, Elektronik und Computerreparatur und freut sich auch über Hilfe beim Empfang sowie der Kommunikation.

Repair Cafe im Freizeiteck

Text und Fotos: Elsa Röhr

Schiller-Bibliothek: Neue Heimat der Hugo-Heimann-Bibliothek

Hugo Heimann Bibliothek Schillerbibliothek Joachim FaustAm 10. Juli hat die neue Schiller-Bibliothek am Leopoldplatz eröffnet. Auch die Jugendmedienetage der Hugo-Heimann-Bibliothek hat dort eine neue Heimat gefunden. Mit dem Bus 247 können die Kinder und Jugendlichen nun zu ihrer Bibliothek fahren. Die Kiezbibliothek in der Swinemünder Straße war Anfang des Jahres in den Neubau umgezogen.

Die neue Bibliothek wurde an die Brandwand hinter dem Café-Flachbau des Simit Evi an der Müllerstraße gebaut und ersetzt die alte, mit 300 Quadratmetern viel zu kleine Schiller-Bibliothek, die sich bis Dezember 2014 im Glasbau vor dem ehemaligen Rathausturm befand. Jetzt breitet sich die neue “Mittelpunktbibliothek” für den ganzen Ortsteil Wedding auf sechs Mal so viel Platz, nämlich 1.800 Quadratmetern, und drei Etagen aus. 70.000 Medien sollen Platz finden und werden schon eifrig eingeräumt. Eine komplette Jugendmedienetage für Jugendliche und junge Erwachsene von 13 bis 25 Jahren, zahlreiche Benutzerarbeitsplätze, ein Gruppenarbeitsraum, ein Veranstaltungsraum sowie ein modernes Equipment, mit dem auch Streamingangebote und Mediendownloads möglich sind, stehen den Nutzerinnen und Nutzern ab 10. Juli zur Verfügung. In der Zukunft ist die Bibliothek noch erweiterbar und könnte dann zur Bezirkszentralbibliothek für ganz Berlin-Mitte ausgebaut werden.
 
Ein Wermutstropfen ist, dass für die neue Bibliothek ein ganzer Standort im Brunnenviertel aufgegeben wurde – der der ehemaligen Hugo-Heimann-Bibliothek.
 
Öffnungszeiten:
Mo-Fr 10 bis 19.30 Uhr
Sa 10 bis 14 Uhr

Hugo Heimann Schiller Bibliothek Joachim Faust
 
Der Text ist am 9. Juli auf dem Weddingweiser erschienen und wurde für den Nachdruck zur Verfügung gestellt.

Fotos: Joachim Faust

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