November 2016

Newsletter 10 "Weihnachtsmärkte im Brunnenviertel" erschienen

Newsletter 12 Weihnachtsmärkte im BrunnenviertelBislang gab es keine Weihnachtsmärkte im Brunnenviertel, nun wird es gleich zwei geben. Der erste findet Am 4. Dezember auf dem Gelände des Olfo-Palme-Zentrums statt, der zweite am 11. Dezember auf der Brunnenstraße. Weitere Themen sind der Umbau des ehemaligen Standorts des Diesterweg-Gymnasiums - allerdings nur im Modell und durch Kinder. Außerdem wird erklärt, was ein IHEK ist und warum es so wichtig ist. Das Vorort-Büro lädt ein zum Waffelbacken und das neue Kiezmagazin "brunnen" erscheint. Nicht zu vergessen ist der Winterzauber im Familienzentrum Wattstraße und der neue Veranstaltungskalender für Ältere.

Der Newsletter wird verschickt von den beiden Quartiersmanagements im Brunnenviertel: Brunnenviertel-Ackerstraße und Brunnenviertel-Brunnenstraße.

Der Newsletter kann als PDF heruntergeladen werden: Newsletter.

Vorhergehende Newsletter sind im Archiv gespeichert.

Um den Newsletter zu erhalten, schreiben Sie eine kurze E-Mail an: newsletter-brunnenviertel@berlin.de.

Weihnachtsmärkte Newsletter 12 2016

30.11.2016

Jetzt bauen die Kinder die Diesterweg-Schule um

Umbauwerkstatt Olof-Palme-ZentrumDer ehemalige Standort des Diesterweg-Gymnasiums in der Swinemünder Straße steht seit Jahren leer. Auch für den Kiez gute Pläne, wie das Gelände umzugestalten ist, gibt es längst. Doch es tut sich nichts. Nun zeigen die Kinder den Erwachsenen wie es geht. In Silke Riecherts UmbauWerkstatt, einem Kinderkunstprojekt, wird das orangefarbene Ufo (wie das Haus von manchen genannt wird) im Modell umgebaut.

"Hurra, wir bauen die Schule um" heißt ein Jugendkunstprojekt der Initiative "Club der internationalen Raumforscher" um Künstlerin Silke Riechert. Immer mittwochs und donnerstags können Kinder im Kunstraum des Olof-Palme-Zentrums in der Demminer Straße 28 von 13 bis 17 Uhr basteln, kleben und schneiden. Die Termine sind offen für alle Kinder, die Lust haben, etwas zu gestalten. Für Schulklassen und Hortgruppen bietet das Projekt eigene Werkstattwochen an.

"An einem großen Modell können wir den Umbau zu Wohnungen und soziokulturellem Zentrum mitgestalten", verspricht das Plakat zum Projekt. Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt: "Im EG gibt es Raum für Freilichttheater, Kita, Bibliothek. Wir sind frei für spielerisches Erfinden wie hängende Gärten, Modellflugparks, Akrobatikstationen, für Mieterpavillons ..."

An drei Abendterminen sind neben den beiden Künstlern des Projekts, Silke Riechert und Mai Tran, auch die Architekten anwesend, die die ehemalige Schule nicht nur im Modell, sondern in Realität umbauen wollen. So können Interessierte mit den Architekten Sabine Horlitz und Oliver Clemens am 29. November, am 13. Dezember und am 10. Januar ins Gespräch kommen.

Diesterweg-Gymnasium

28.11.2016

Text und Fotos Andrei Schnell.

Auf die Plätze, fertig, IHEK

IHEKIHEK ist die Abkürzung für Integriertes Handlungs- und Entwicklungskonzept. Es ist zum einen soetwas wie Fahrplan oder eine Marschroute für die Arbeit des Quartiersmanagements in den nächsten Jahren. Zum zweiten ist ein verbindlicher Fahrplan. Der Quartiersrat erarbeitet derzeit das IHEK für die Jahre 2017 und 2018. Zeit, einmal zu erklären, was das IHEK ist und warum es wichtig ist. Und warum es dazu eine Zukunftswerkstatt genannte Konferenz für alle Bewohner und Bewohnerinnen geben wird.

SPD, Grüne und Linke haben sich gerade auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Darin schreiben sie fest, was sie in den nächsten fünf Jahren erreichen wollen. Ähnlich kann man sich das IHEK vorstellen. Die in diesem Sommer gewählten Mitglieder des Quartiersrat schreiben auf, welche Themen in den nächsten zwei Jahren für den Kiez wichtig werden sollen. Anders als ein Koalitionsvertrag ist das IHEK allerdings verbindlich.

Ein IHEK, ein Integriertes Handlungs- und Entwicklungskonzept ist wichtig, weil es die Voraussetzung dafür ist, dass Fördergelder ins Quartier fließen. Denn das Quartiersmanagement ist eingerichtet, um nach §171e des Baugesetzbuches Fördergelder ins Brunnenviertel zu bekommen. Die Fördergelder gelten als Städtebauförderung. Der Paragraph 171e listet auf, was nötig ist, damit Geld aus dem Fördertopf "Soziale Stadt" fließen kann. "Soziale Stadt" ist  eines von sechs Arten von Städtebauförderung. Satz 4 des Paragraphen verlangt, dass ein Entwicklungskonzept aufgestellt werden muss. Und das unter Beteiligung der Betroffenen. Die Betroffenen, das sind Bewohner und Bewohnerinnen des Brunnenviertels, können über den Quartiersrat mitreden.

Weil das IHEK so grundlegend für die Arbeit der nächsten zwei Jahre ist, werden zusätzlich zum Quartiersrat alle Bewohner und Bewohnerinnen zu einer Bürgerwerkstatt im Frühling 2017 eingeladen. Bei dieser Kiezwerkstatt werden öffentlich alle entscheidenden Punkte und Maßnahmen des IHEK öffentlich durch alle Anwesenden verhandelt und festgehalten.

Neben der rechtlichen Notwendigkeit gibt es noch einen zweiten Grund, warum das IHEK wichtig ist. Michael Schenk, der im Bezirksamt Mitte mehrere Quartiersmanagements koordiniert, bringt diesen zweiten Grund so auf den Punkt: "Was im IHEK nicht drinsteht, das kann nicht gefördert werden." So formulierte er es eindringlich auf einer Sitzung des Quartiersrats.

Im zuletzt formulierten IHEK für die Jahre 2015 und 2016 wurden als wichtige Felder genannt: Bildung, Arbeit, Nachbarschaft, öffentlicher Raum und Beteiligung.

Der Aufbau eines IHEK ist von der Senatsverwaltung vorgegeben. Zunächst wird das Gebiet beschrieben. Das heißt Zahlen des Gebiets werden genannt, die vorhandenen Vereine, Schulen und Einrichtungen genannt. Dem schließt sich an, was künftig im Stadtteil zu tun wäre. Am Ende folgt eine Liste mit Maßnahmen, die tatsächlich vom Quartiersmanagement angestoßen werden können.

LINK
Auf dieser Webseite sind alle bisherigen Konzepte des Quartiersmanagement Brunnenviertel-Ackerstrasse online nachzulesen: IHEK.

24.11.2016

Text Andrei Schnell, Grafik Quartiersmanagement

Weihnachten auf dem Weihnachtsmarkt

Weihnachtsmärkte im BrunnenviertelVor Weihnachten in Familie am 24. Dezember kommt Weihnachten im Kiez. Zwei Weihnachtsmärkte gibt es in diesem Jahr im Brunnenviertel. Am 4. Dezember auf dem Glände des Olof-Palme-Zentrums und am 11. Dezember auf der Brunnenstraße.

Zuerst laden am 4. Dezember das Olof-Palme-Zentrum und der Brunnenviertel e.V. ein in den Garten des Nachbarschafts-Zentrums Demminer Straße 28. Beim erstmaligen Weihnachtsmarkt auf dem Gelände des Olof-Palme-Zentrums gibt es für Kinder Spiel und Spaß. Erwachsene können den Kiez auf ein Plausch treffen. Kiezvereine, Initiativen, Gruppen Schulen und Kitas bieten selbst hergestellte Dinge von 13 bis 18 Uhr an. Warme und kalte Getränke und Speisen werden verkauft. Der Weihnachtsmarkt unter dem Motte "Advent im Kiez" findet rund um eine Feuerschale statt.

Zur Verwirrung der Suchmaschinen heißt es anschließend "White Wedding". Am 11. Dezember ist die letzte Ausgabe des Street-Food-Marktes auf der Brunnenstraße ein Weihnachtsmarkt. Von 12 bis 20 Uhr gibt es Apfelpunsch, Märchen in der Jurte, Geschenke, Leckereien und natürlich Streetfood.

24.11.2016

Text und Foto Andrei Schnell

Basteln und Backen im Vorort-Büro

Basteln und Backen SprechstundeEine besondere Sprechstunde des Vorort-Büro wird zum zweitem Mal am 1. Dezember in der Jasmunder Straße 16 geboten. Das Büro verwandelt sich dieses Mal zur Zeit der Sprechstunde in eine Kiezbäckerei. "Basteln und Waffeln backen" heißt es von 16 bis 18 Uhr. Unkompliziert können Interessierte am Donnerstag mit den Quartiersmanagerinnen ins Gespräch kommen.

Termine:
Donnerstag, 1. Dezember von 16 bis 18 Uhr
Donnerstag, 15. Dezember von 16 bis 18 Uhr

Eingeladen sind alle Bewohner und Bewohnerinnen des Kiezs. In entspannter vorweihnachtlicher Stimmung können Fragen gestellt werden oder einfach gebastelt werden. Die selbstgebackenen Waffeln und frischer Kaffee sind kostenfrei.

Sprechstunde Vorort-Büro Jasmunder Straße

24. Oktober 2016

Ein neuer Kalender exklusiv für Ältere

Bunter Herbst VeranstaltungskalenderFür ältere Menschen im Gesundbrunnen hat das Netzwerk "Aktiv im Alter" einen neuen Kalender herausgebracht. Auf einem Faltblatt, der im Kiez ausliegt, sind viele Termine, Angebote und Veranstaltungen bis zum Jahresende zusammen gestellt.

Es gibt einen neuen Veranstaltungsplan im Kiez. Er richtet sich ausschließlich an ältere Menschen in Gesundbrunnen. Bei einer gut besuchten Veranstaltung mit dem Titel "Bunter Herbst" wurde der Plan kürzlich im Olof-Palme-Zentrum vorgestellt. "Bunter Herbst" lautet auch die Aufschrift auf dem Faltblatt. Das Netzwerk „Aktiv im Alter in Gesundbrunnen“ hat in dem Flyer viele Angebote für Ältere bis zum Jahresende veröffentlicht. Auf den ersten Blick sieht der neue Veranstaltungskalender dem bekannten, alle zwei Monate erscheinenden Kalender ähnlich.

Die aufgelisteten Termine reichen vom Treffen der Diabetikergruppe im Lazarus Haus in der Bernauer Straße über die Rentenberatung der Seniorenvertretung Mitte bis hin zum Nachbarschaftsfrühstück im Freizeiteck. Das Trauercafé kommt ebenso vor wie die Wirbelsäulengruppe, chinesische Gymnastik oder die Sozialberatung.
 
Herausgegeben wird der Kalender vom Netzwerk „Aktiv im Alter in Gesundbrunnen“. In dem Netzwerk haben sich Einrichtungen, Projekte, Ehrenamtliche und ältere Menschen zusammen geschlossen. Sie wollen gemeinsam die Situation älterer Menschen in Gesundbrunnen verbessern. Mit dem Aufbau des Netzwerkes ist die Stadtteilkoordination Gesundbrunnen beauftragt.

Den Kalender mit den Terminen bis Ende des Jahres gibt es auch als PDF zum Download: Bunter Herbst-Kalender.
 
23.11.2016

Text: Pressemitteilung

In Gemeinschaft wohnen

Wohnungsbaugesellschaft degewoDie landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Degewo hat als größter Vermieter im Brunnenviertel eine neue Wohnform eingerichtet, die eigentlich eine alte bekannte Art des Wohnens ist: Die Wohgemeinschaft (WG). Neu ist, dass in der jüngst eingerichteten WG in der Usedomer Straße Flüchtlinge und Berliner zusammen wohnen werden. Und das auf Initiative der Degewo.

Eine "Integrations-WG für zwei Geflüchtete und zwei Nicht-Geflüchtete" hat die Degewo konzipiert, wie das Unternehmen auf seiner Webseite schreibt. Der Grund für die Initiative ist: "Es ist leichter eine fremde Sprache zu erlernen, wenn man die Chance hat, täglich mit Personen zu sprechen, deren Erstsprache die der neuen Heimat ist." Oder kürzer und laxer formuliert: Die Neuberliner lernen schneller deutsch, wenn sie jemanden zum Quatschen haben.

Ein Zimmer in der über 140 Quadratmeter großen Wohnung wird mit rund 330 Euro Warmmiete pro Zimmer angeboten. Ansprechpartner ist Steven Stadler, der von der Degewo eingesetzt wurde, um mit Projekten das Brunnenviertel lebenswerter zu machen. Er ist telefonisch zu erreichen unter 030 / 26485-2613. Wer sich als Flüchtling bewerben will, muss eine mindestens drei Jahre lang gültige Aufenthaltsgenehmigung besitzen und sich in Ausbildung befinden. Die zwei Berliner oder Berlinerinnen, die einziehen möchten, müssen in besonderem Maße unvoreingenommen sein und bereit sein, den Flüchtlingen auch mal weiterzuhelfen. 

Die Integrations-WG wird FRED genannt. Eine Abkürzung für Fairness, Respekt, Engagement, Degewo. Seitens der Degewo wird das Projekt unterstützt von Azubis, dem Kundenzentrum Nord und dem Stadtteilmanager Steven Stadler. Das Wohnungsbauunternehmen engagiert sich für Flüchtlinge auch mit dem umfangreicheren Programm "ToM Tolerantes Miteinander".

Wer in einer großen Wohnung lebt und selbst einen Flüchtling aufnehmen möchte, kann sich informieren zum Thema auf der Webseite www.fluechtlinge-willkommen.de oder beim Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerk.

Die Degewo ist ein starker Partner des Quartiersmanagements.

Usedomer Straße

23.11.2016

Text und Fotos Andrei Schnell

Winterzauber im Familienzentrum

Winterzauber im FamilienzentrumDas Familienzentrum in der Wattstraße lädt ein zur Winterzauberwoche. Von Montag, dem 28. November, bis Freitag, dem 2. Dezember, beginnt im Brunnenviertel der Winter und die Weihnachtszeit gesellig. Zu vier Terminen sind die Familien des Kiezes eingeladen, gemeinsam die Winterzeit gemütlich zu beginnen.

Eröffnet wird die Winterzauberwoche am Montag, 28. November mit dem Thematischen Elterncafé. Apothekerin Rima El-Said verrät, wie man mit Hausmitteln den lästigen Erkältungen trotzen kann. Die Infos gibt es in lockerer Runde von 14 bis 16 Uhr im Begegnungscafé.

Am Dienstag wird gebacken. Die Weihnachtsbäckerei für Erwachsene und Kinder, zu der um Anmeldung gebeten wird, öffnet ihre Pforten und Backöfen von 14 bis 17 Uhr. Denn Plätzchen gehören zum Advent einfach dazu.

Am Donnerstag, 1. Dezember, wird es im Märchenkino märchenhaft. "Tischlein deck' dich" läuft mittels Beamer von 16.30 Uhr bis 18 Uhr auf einer weißen Wand. Im Anschluss kann in einem Quiz ein kleiner Preis gewonnen werden. Bitte anmelden.

Am Freitag, 2. Dezember, ist dann von 17 bis 18 Uhr die ganze Familie zum interaktiven Bilderbuchkino eingeladen. Es wird winterlich und mehrsprachig.

Alle Veranstaltungen sind kostenfrei. Für die zwei Veranstaltungen mit Anmeldung bitte 030 32 51 36 55 anrufen oder eine E-Mail schreiben an fz-wattstrasse@pfefferwerk.de.

Die Veranstaltungen sind Teil des Projekts "Stärkung des nachbarschaftlichen Engagements", das über den Projektfonds mit Mitteln der Sozialen Stadt gefördert wird.

Winterzauber im Familienzentrum

21.11.2016

Text und Foto: Andrei Schnell

Wissen, wie man die Zielgruppe erreicht

WissensbörseAnastasia Gidt erklärt in der nächsten Woche am 29. November wie Projekte sich bei möglicherweise interessierten Leuten bekannt machen können. "Wie erreiche ich meine Zielgruppe?" heißt ihr 90-minütiger Workshop von 17 bis 18.30 Uhr. Der Workshop in der Ramler Straße 20 ist der letzte der Wissensbörse 2016.

Anasasia Gidt wurde in den Quartiersrat Brunnenviertel-Brunnenstraße gewählt, ist 35 Jahre jung und beruflich "wechselnd und vielseitig", wie sie über sich selbst sagt.

Die Wissensbörse ist ein Projekt des Brunnenviertel e.V. in der Graunstraße. Interessierte können bei der Wissensbörse seit 2014 in Kleingruppen und im informellen Rahmen Nützliches lernen. Als eine Art kleine Schwester der Volkshochschule fördert die Wissensbörse das Lernen von Nachbar zu Nachbar.

In diesem Jahr wird die Wissensbörse im Rahmen des Projekts des Bürgernetzwerkes bvkompakt mit Mitteln aus dem Förderprogramm Soziale Stadt, von der degewo und der Stiftung Pfefferwerk unterstützt.

21.11.2016

Text und Foto Andrei Schnell

Gratulation zum 90. Geburtstag

Theodor CzernowskiTheodor Czernowski feierte am 17. Juli in der Seniorenwohnanlage Sophia in der Ackerstraße seinen 90. Geburtstag. Nachträglich gratuliert das Quartiersmanagement dem Jubilar ganz herzlich. Bei einem Besuch im Sommer erzählte Czernowski aus seinem interessanten Leben. Er begrüßte den Kiezreporter mit einem spitzbübischen Lächeln.

Dieser Mann besitzt Humor. Es ist zu spüren, dieser Mann kann einfach nicht anders, er muss einfach einen Witz machen. Es ist ein angenehmes Interview. Auch für Theodor Czernowski, er amüsiert sich gut. Sein bester Freund, der zum Interview mit ins Zimmer gekommen, lächelt eher traurig: "Noch vor ein paar Monaten hat er mich so gut verstanden", seufzt er, "aber er will einfach keine Hörgeräte benutzen." Und auch die Fähigkeit des 90-jährigen, sich zu erinnern, macht den Freund zu schaffen. "Aber Du hast mir doch immer erzählt ...", versucht er immer wieder einen roten Faden in die losen Erinnerungen zu bringen.

Theodor Czernwowski weicht direkten Fragen aus. Er will nicht ertappt werden, sich nicht mehr so genau zu erinnern. Dafür erzählt, dass er im Schach alle besiegen würde. Und das freut ihn sichtlich. Und das Erzählen macht ihm auch Freude. Vor 90 Jahren, am 17. Juli 1926, ist er bei Kattowice ("Kattowitz" wie Czernowski sagt) geboren. Zwei seiner Geschwister sind Zwillinge, es gab noch einen Bruner und noch eine Schwester. Die fünf sind Kinder eines Bergmanns. Aber gleichzeitig soll es da noch den adligen Stammbaum geben.

Ja, die "Kindheit war eine schöne Zeit", sagt Theodor Czernowski mit seiner angenehmen Singsang-Stimme und einem leichten schlesischen Akzent. "Fußball, Freischwimmer, rotes Käppchen". Letzteres scheint eine Art Schwimmabzeichen gewesen zu sein.

Und dann hat er seine Frau kennengelernt. Eine Primaballerina. Wie er dieses alte Wort ausspricht, ist zu spüren, sie war wunderschön. Und er war offenbar sehr jung.

Mit 14, demzufolge 1940, musste er für ein "Pflichtjahr" zu einem Bauer bei Kolberg. "Beim Bauern war alles. Essen und Tanzen." Als erstes habe er Melken gelernt. "Drei Kühe, morgens um 6 Uhr melken."

Beim Arbeitsdienst haben ihn Hohe Offiziere angesprochen. Oder große? Theodor Czernowski steht extra auf, um vorzuspielen wie es damals gewesen war. Und so sei er zur 6. Gebirgsjäger Division Nord gekommen. Die war in Norwegen stationiert. 1944, da ist Czernwoski 18 Jahre alt, wird die Division nach Frankreich verlegt. Dort wird er schwer verwundet. Die Verwundung scheint das schwerste Erlebnis in seinem Leben gewesen zu sein. Das ist gleich das erste, was er erzählt - noch bevor ein Interviewtermin ausgemacht ist. Und auch im Gespräch wiederholt öfter. "Alles Gips". Und: "Die Krankenschwester hat gesagt, was für ein Glück du gehabt hast, Jüngelchen."

Nach dem Krieg hat er zunächst in Bayern gelebt. Seit den 1960er Jahren lebt er im Wedding. Erst in der Hochstraße, dann in der Gerichtsstraße. Nun lebt er im Seniorenwohnhaus in der Ackerstraße und "hat noch vor einem Jahr das Tanzbein geschwungen", wie sein Freund anerkennend sagt.

Sophie Wohnen mit Service

18. Novembeer 2016

Text und Fotos Andrei Schnell.

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