August 2017

Symbolwahl: Mitwählen ohne Wahlrecht

Symbolwahl 2017Das bundesweite Netzwerk "Wir wählen" ruft im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 zu einer Symbolbwahl auf. Das Bezirksamt Berlin Mitte ist Teil des Netzwerks, das ausländische Bürger ohne Wahlrecht aufruft, auf sich aufmerksam zu machen. Motto der Aktion ist "Hier lebe ich - Hier wähle ich". Auch im Vorortbüro in der Jasmunder Straße steht vom 11. bis 15. September täglich von 10 bis 15.30 Uhr eine Wahlurne bereit.

Im Bezirk Mitte öffnen vom 11. bis 17. September rund 20 Wahllokale zu einer symbolischen Wahl. Die Aktion ist keine offizielle Wahl wie die am 24. September stattfindende Bundestagswahl. Die abgegebenen Stimmen der Symbolwahl haben keinen Einfluss die Zusammensetzung des Bundestags. Die Aktionswoche ist dennoch wichtig, wie Sandra Obermeyer, Stadträtin für Jugend, Familie und Bürgerdienste, sagt. Denn "Migrantinnen und Migranten können unbürokratisch ihre symbolische Stimme für mehr Partizipation von Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft abgegeben". Bereits am 20. September, also noch vor dem Wahlsonntag, werden die Ergebnisse der Wahl bekannt gegeben.

Im Brunnenvierlel können Bürger ohne Wahlrecht im Vorortbüro des Quartiersmanagements Brunnenviertel-Ackerstrasse in der Jasmunder Straße 18 wählen und im Lotsenprojekt "Die Brücke" in der Putbusser Straße 27 ihre symbolische Stimme abgeben.

In Deutschland leben 7,8 Millionen migrantische Bürger, die kein Wahlrecht haben. Immerhin können die 4,5 Millionen EU-Bürger, die einen ständigen deutschen Wohnsitz haben, seit 1992 an kommunalen Wahlen teilnehmen. In Berlin bedeutet dies für Menschen mit Pass eines EU-Staates, dass sie auf Bezirksebene die Bezirksverodnetenversammlung (BVV) mitwählen dürfen. Von Landes- und Bundestagswahlen sind aber selbst EU-Bürger ausgeschlossen.

"Die Einführung eines kommunalen Wahlrechts für Drittstaatenangehörige, also Nicht-EU Ausländerinnen und Ausländer, ist ein wichtiges Thema für Partizipation und Integration", sagt Stadträtin Sandra Obermeyer. Die Symbolwahl vor der Bundestagswahl dient dazu, um auf das Fernziel hinzuweisen, dass alle in Deutschland lebenden Menschen wenigstens auf Bezirksebene mitwählen können sollen. 

Einer der wichtigen Initiatoren von "Wir wählen - Kampagne für mehr Partizipation und Demokratie in Deutschland" ist Clemens Hauser aus Freiburg. Seit 2002 setzt sich die von ihm mitgetragene Organisation "Freiburger Wahlkreis 100 %" für das gleichberechtigte Wahlrecht für Migrantinnen und Migranten ein. Im Bezirk Mitte ist das Projekt "„Demokratie in der Mitte" maßgeblich an der Planung der Symbolwahl beteiligt.

Weiterführende Informationen:
Das Netzwerk Wir wählen stellt sich vor auf www.wir-wählen.org.
Infos zur Symbolwahl gibt es auch auf www.demokratie-in-der-mitte.de.

Symbolwahl 2017

31.08.2017

Text und Fotos: Andrei Schnell

Das IHEK 2017/18 ist online

Das Integrierte Handlungs- und Entwicklungskonzept 2017/18 für das QM-Gebiet Brunnenviertel-Ackerstraße ist fertig gestellt und nun auf unserer Homepage zum Nachlesen verfügbar.

 

 

 

Für die Berliner Quartiersmanagement-Gebiete werden von den QM-Teams alle zwei Jahre Integrierte Handlungs- und Entwicklungskonzepte (IHEK) erstellt, welche die Basis für die Beteilgung und die Projektentwicklung darstellen. Darin werden für den jeweiligen Stadtteil die aktuellen Themen und Bedarfe anhand der fünf Handlungsfelder aufgeschlüsselt:

  1. Bildung, Ausbildung, Jugend
  2. Arbeit und Wirtschaft
  3. Nachbarschaft (Kultur, Gemeinwesen, Integration, Gesundheit)
  4. Öffentlicher Raum
  5. Beteiligung, Vernetzung und Einbindung der Partner

Das IHEK wurde in Kooperation mit Vertreterinnen und Vertretern von sozialen Einrichtungen und der Berliner Verwaltung sowie Bewohnerinnen und Bewohnern aus dem Gebiet in einem gemeinsamen Prozess erarbeitet. Dafür fanden Einzelinterviews, Gesprächsrunden sowie die Zukunftswerkstatt im März 2017 statt. Wir bedanken uns herzlich bei allen Beteiligten für Ihre Unterstützung und Ihre Zeit!

Das aktuelle IHEK fü 2017/18 können Sie hier herunterladen.

Einen Überblick über die Konzepte der vergangenen Jahre finden Sie auf der Unterseite Integrierte Handlungs- und Entwicklungskonzepte.

 

Text: Pia Kaiser (QM Brunnenviertel-Ackerstraße)

Flohmarktstand in der Ackerstraße reservieren

Straßenfest AckerstraßeAm 16. September können in der Ackerstraße wieder bei einem Floh- und Tauschmarkt antike oder fast neue Dinge ihren Besitzer wechseln. Von 11 bis 16 Uhr lädt das Projekt "Nächster Halt: Ackerstraße" zu einem Tag mit Straßenfest, Projektmesse, Flohmarkt und Tauschbörse ein. Ein Marktstand kann kostenfrei unter koehn@gruppef.com gebucht werden.

"Wir vom Büro gruppe F werden an unserem Stand erste Ergebnisse der bisherigen Bürgerbeteiligung vorstellen", sagt Marieke Köhn, die das Projekt "Nächster Halt: Ackerstraße" mitorganisiert. Zum Beispiel wurden beim letzten Straßenfest in der Ackerstraße am 7. Juli Ideen für die Ackerstaße gesammelt. Aber auch bei weiteren Terminen wurden Anwohner und Anwohnerinnen befragt und mit ihnen diskutiert.

Am 16. September wir auch die mittlerweile bekannte Flohmarkt- und Tauschbörsenaktion wiederholt. Es können wieder nicht mehr benötigte Dinge weitergegeben, verkauft oder getauscht werden. Interessenten für einen Marktstand kontaktieren Marieke Köhne bis zum 4. September per E-Mail unter koehn@gruppef.com oder telefonisch unter 030-611 2334. Die Marktstände sind kostenfrei.

Ausprobiert wird auch, ob sich Parkplätze nicht auch Freiräume verwandeln lassen. "Einige Parkplätze werden wir im Rahmen des Park(ing)Day zeitweilig mal nicht zum Parken, sondern als Spiel- und Aufenthaltsfläche nutzen", so Marieke Köhn. Der Parking Day Berlin findet eigentlich schon am Freitag statt und wird vom Verein autofrei leben e.V. zum zweiten Mal organisiert. Der Aktionstag soll die "massive Platzverschwendung durch Parkflächen für Autos" zeigen, wie es auf der zugehörigen Webseite heißt.

Das Projekt „Nächster Halt: Ackerstraße“ wird durch das Quartiersmanagement aus dem Projektfonds finanziert.

Weiterführende Informationen:
Die Webseite des Projektträgers Gruppe F
Webseite zum Parking Day

Straßenfest Ackerstraße

23.08.2017

Text und Fotos: Andrei Schnell

Kunstaktion: Krähen im ehemaligen Niemandsland

Krähenprojekt Versöhnungskriche1.000 Krähen wollen die Künstlerinnen Maria und Natalie Petschatnikov auf dem Mauerstreifen vor der Kapelle der Versöhnung in der Bernauer Straße aufstellen. Das Kunstprojekt im öffentlichen Raum erinnert auf eigene Weise an die Zeit der Teilung. Bemalt wurden die Krähen von Menschen aus der Nachbarschaft, aber auch von mehreren Künstlern. Am 6. September um 16 Uhr wird der Krähenschwarm dann landen.

Wenn das Roggenfeld neben der Kapelle der Versöhnung abgeerntet sein wird, dann wird die Kunstinstallation "Berliner Krähen" aufgebaut. Zehn Tage Workshops liegen dann hinter den beiden Künstlerinnen, den in Leningrad (heute St. Petersburg) geborenen Petschatnikov-Zwillingen. An drei Terminen haben sie mit Kindern und älteren Menschen die vorgefertigte Krähenplatten bemalt. Zu fünf weiteren Malterminen luden sie in die Kapelle der Versöhnung ein und noch einmal zwei Workshops fanden in ihrem Atelier in der Rungestraße in Alt-Mitte statt. Maler aus dem Brunnenviertel waren Kinder der Gustav-Falke-Grundschule und ältere Menschen vom Servicewohnen Sophia in der Ackerstraße. Am 19. und am 20. August kamen fast 200 Menschen, um Krähen nach eigenen Vorstellungen zu gestalten.

Krähenprojekt Versöhnungskapelle"Die Krähen sind aus MDF-Holzfaserplatten geschnitten und werden mit Acrylfarbe von Nicht-Künstlern, aber auch von Künstlern bemalt", sagen die Petschatnikovs über ihre Kunstaktion im öffentlichen Raum. Von den 1.000 Krähen werden am Ende die Hälfte nicht von ihnen, sondern von den unterschiedlichsten Menschen bemalt worden sein.  "Wir haben das Projekt entwickelt und die Vögel-Silhouetten zum Laserschneiden vorbereitet", beschreiben sie die Mitmach-Kunst, bei der "Menschen aus aller Welt mitgemacht haben".

Hintersinn der Aktion "1000 Berliner Krähen" ist es, an die Zeit der Teilung der Stadt Berlin zu erinnern. Damals soll Berlin einer der wenigen Orte gewesen sein, an dem Vogelkolonien der grauen, osteuropäischen Krähe und auch der schwarzen westeuropäischen Krähe gleichzeitig anzutreffen waren. "In Berlin wurden die Krähen stadtweit zu einer Art Symbol der 80er Jahre und der Berliner Mauer", sagt Pfarrer Thomas Jeutner von der Versöhnungskapelle, wo die tausend bemalten Krähen-Skulpturen aufgestellt werden.

Bei der Eröffnung der Open-Air-Ausstellung am 6. September um 16 Uhr wird es auch Vorträge, Filmausschnitte und Führungen geben.

100 der Krähenvorlagen wurden durch den Aktonsfonds über das Quartiersmanagement mit Mitteln der Sozialen Stadt ermöglicht. Ein großen Teil der Förderung übernahm die Stiftung Berliner Mauer.

Weiterführende Informationen:
Details zum Kunstprojekt stehen auch auf  er Webseite der Kapelle der Versöhnung.
Die beiden Künstlerinnen Maria und Natalie Petschatnikov stellen sich auf der Webseite www.petschatnikov.de vor.

Krähenprojekt Versöhnungskapelle

23.08.2017

Text: Andrei Schnell

Fotos: Petschatnikov

Rundgang mit Autor Wolfgang Feyerabend

Rosenthaler Platz in der Rosenthaler VorstadtAutor Wolfgang Feyerabend und das Team des Vorort-Büros laden zu einem Rundgang durch die Rosenthaler Vorstadt ein - einer Ortslage, zu der auch das Brunnenviertel gehört. Feyerabend ist Autor des Buches "Die Rosenthaler Vorstadt". Der Spaziergang startet am 18. September um 17 Uhr am Sophienfriedhof in Alt-Mitte.

Weitere Stationen während des Spaziergangs sind geschichtsträchtige Orte wie die Mauergedenkstätte, die Elisabethkirche, die Ackerhalle und Hinterhöfe in der Acker- und Bergstraße.

Die Rosenthaler Vorstadt war ein Vorort von Berlin bis zur Bildung von Groß-Berlin im Jahr 1920. Dabei wurden auch Bezirksgrenzen neu gezogen und die Vorstadt geteilt, so dass seitdem nur noch das Gebiet in Alt-Mitte als Rosenthaler Vorstadt bezeichnet wird.

Autor Woflgang Feyerabend hat 2015 das Buch "Die Rosenthaler Vorstadt" geschrieben, in dem die Geschichte der Vorstadt ab 1752 erzählt wird. Der Autor hat zuvor als Stadtforscher gearbeitet und für das Buch gründlich recherchiert.

Der Spaziergang durch die Geschichte des Kiezes ist für alle Interessierten kostenfrei.

Der Rundgang ist eine Beteiligungsaktion des Quartiersmanagements gefördert aus den Mitteln der Sozialen Stadt.

Weiterführende Informationen:
Eine Rezension des Buches "Rosenthaler Vorstadt" veröffentlichte das Online-Portal Weddingweiser 2016.

Liesenbrücken in der Rosenthaler Vorstadt

24.08.2017

Text und Fotos: Andrei Schnell

Ausstellung über Freiheit im Wedding

Ausstellung Weddinger Freiheiten in der Weddinger St Pauls KircheDie Ausstellung "Weddinger Freiheiten" eröffnet am 10. September um 19.30 Uhr in der St. Paul-Kirche in der Badstraße. "Die Ausstellung zeigt die Entwicklung des Weddings vom Kaiserreich bis in die Gegenwart", wie es im zugehörigen Flyer heißt. Während der Ausstellung wird ein Video gezeigt, in dem Bewohner und Bewohnerinnen des Brunnenviertels über ihre Gedanken zum Thema Freiheit befragt wurden.

Der evangelische Kirchenkreis Berlin Nordost hat zusammen mit der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg und schlesische Oberlausitz eine Ausstellung über die Geschichte des ehemaligen Arbeiterbezirks Wedding unter dem Titel "Weddinger Freiheiten" zusammengestellt. Für gut zwei Monate wird die Ausstellung in der St. Paul-Kirche an der Kreuzung Pank- Ecke Badstraße gezeigt. In der Eröffnungswoche gibt es ein kulturelles Begleitprogramm, in dem es neben geschichtlichen Rückblicken um Mut, um Freiheit und um Aufgaben heute geht.

Teil der Ausstellung sind auch Interviews, die mit Menschen aus dem Brunnenviertel geführt wurden. Aus den gefilmten Gesprächen wurde ein Video erstellt. Gefragt wurde nach den persönlichen Ansichten und den eigenen Erfahrungen zum Thema "Freiheit in unserer Zeit". Bei dieser Frage bewegte die Menschen vor allem das Thema Flucht und Zuzug, die eigene wirtschaftliche Situation und das Verhältnis von Freiheit und Unfreiheit angesichts von Wohnungsnot oder schlechter Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Der Film mit den persönlichen Einblicken wird während der Ausstellung bis zum 31. Oktober zu sehen sein. (Öffnungszeiten sonntags von 11 bis 13 Uhr und mittwochs von 15 bis 18 Uhr)

Die historischen Fotos und Dokumente über Sehnsucht nach Freiheit im Wedding werden Anfang 2018 auch im Brunnenviertel in der Himmelfahrtkirche in der Gustav-Meyer-Allee zu sehen sein. Dann wird auch der Film wieder dabei sein.

Das Videoprojekt wird vom Quartiersmanagement über den Aktionsfonds mit Mitteln der Sozialen Stadt gefördert. Die Ausstellung wird von der Berliner Sparkasse und von Hertha BSC finanziell untersützt.

Weiterführende Informationen:

Die evangelische Kirche veröffentlicht detailierte Infos auf www.kirche-berlin-nordost.de.

Gedenktafel Verfolgte des NS-Regimes im Wedding

22.08.2017

Text und Foto oben: Andrei Schnell, Foto unten: OTFW,  Wikimedia

Zwischen Alt & Neu – mein Platz im Kiez

Vieles verändert sich im Laufe der Zeit, auch der eigene Kiez. Es entstehen neue Gebäude, neue Gesichter gesellen sich hinzu, und junge Bäume wachsen empor. Immer weniger Dinge und Zeugen erinnern an längst vergangene Tage. Das Schulprojekt „Zwischen Alt & Neu – mein Platz im Kiez“ beschäftigt sich mit dieser Wechselseitigkeit zwischen Altem und Neuem. Geleitet wurde das Projekt von der Künstlerin Lilla von Puttkamer, in Zusammenarbeit mit dem Vermittlungsprogramm des me Collectors Room / Stiftung Olbricht und der Gustav-Falke-Grundschule.

Gemeinsam mit der Klasse 5c der Gustav-Falke-Grundschule begann eine fotografische Reise durch das Quartier Brunnenviertel. An fünf Tagen wurden Workshops durchgeführt. Immer an der Seite der Schüler*Innen waren, neben der leitenden Künstlerin, auch eine Erzieherin oder ein Erzieher der Schule sowie eine Mitarbeiterin der Stiftung.  Mithilfe einer Liste von Motiv-Vorschlägen machten sich die Schüler*Innen auf die Suche nach interessanten Orten und Objekten. Diese wurden anschließend von den Schüler*Innen aus der Erinnerung nachgezeichnet, und schließlich mit einer Einwegkamera fotografiert. Auf einem von den Schüler*Innen gezeichneten Stadtplan wurden diese Fotomotive dann verortet.

Herausgekommen ist ein künstlerisch gestalteter, faltbarer Kiezplan, den die Schüler*Innen in einer Abschlusspräsentation in der Gustav-Falke-Grundschule ihren Eltern und Gästen vorstellten. Den Kiezplan gibt es ab sofort in unserem Quartiersmanagementbüro, in der Jasmunder Straße 16, gratis zum Mitnehmen. Das Projekt wurde über den Aktionsfonds (Programm Soziale Stadt) gefördert.