September 2017

Ideen zur Ackerstraße werden konkret

Straßenfest Ackerstraße September 2017Kleine Eingriffe, große Steigerung der Qualität. Anwohner und Anwohnerinnen diskutierten beim Straßenfest am 16. September auch über denkbare kleinteilige Verbesserungen der Straße. Aber es gab auch Flohmarkt und Tauschbörse unter dem Motto „Weitergeben statt wegschmeißen“.

Wie die Ackerstraße schöner werden kann

Das Büro gruppe F Landschaftsarchitekten stellte an seinem Marktstand erste Ergebnisse der bisherigen Bürgerbeteiligung im Projekt "Kleinteilige Maßnahmen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Ackerstraße" vor. Insbesondere die Idee fand großen Anklang, die kleine ungenutzte Grünfläche südöstlich der Kita Ackerstraße 60 aufzuwerten und mit Sport- und Aufenthaltsmöglichkeiten auszustatten. Möglicherweise könnte eine der Tischtennisplatten von der ungenutzten „Insel“ vor der Hausnummer 49 auf diese Grünfläche versetzt werden. Langfristig wäre eventuell eine Umgestaltung der "Insel" mit Fahrradständern denkbar.

kleinteilige verbesserungen der AckerstraßeAuch die Überlegung, den Edeka-Vorplatz im kommenden Jahr mit neu bepflanzten und farbig bemalten Hochbeeten umzugestalten und möglicherweise Fahrradständer aufzustellen wurde befürwortet. Denkbar wäre in dem Zuge auch eine bunte Bemalung der grauen Waschbetonpoller am Eingang zum Spielstraßenteil der Ackerstraße. Die Gestaltung könnte eine Schulklasse übernehmen. Die Versetzung des Bücherschrankes von seinem derzeit eher versteckten Standort in der Hussitenstraße fand Zuspruch. Die Idee, den Platz vor dem Edeka mit Bänken oder anderen Sitzmöglichkeiten auszustatten, wurde weiterhin kontrovers diskutiert.

Die Vision, möglicherweise einen Mietergarten in der Ackerstraße 122 zu etablieren, wurde gestärkt. insgesamt gab es einige neue Interessenten für das Thema Gärtnern beziehungsweise. „beackern“ der Ackerstraße.

Das Straßenfest

Es gab ein bunt gemischtes Angebot an Mitmachaktionen wie Schattentheater, Memory, Kinderschminken, Kinderspiel und -sport wie Jenga, Federball, Fußball oder Hürdenlauf. Am Zuckerwattestand der degewo schlugen die Kinderherzen höher.

Beim Straßenfest konnten sich alle Interessierten auch über die Arbeit verschiedener Institutionen aus dem Brunnenviertel informieren. Projekte aus den Bereichen (Weiter-)Bildung (Die Brücke; In Mitte für Mitte), Jugend (WIB-Jugend verein(t), Öffentlicher Raum (Kiezmelder; Brunnengärten; QM Brunnenviertel; QM Ackerstraße), Nachbarschaft (Olof-Palme-Zentrum; Familienzentrum Wattstraße; Selbst-Hilfe im Vor-Ruhestand ) sowie Spiel- und Bewegungsangebote (Victoria Mitte; bwgt e.V.) waren mit eigenen Marktständen dabei.

Eine weitere geplante Aktion für das Straßenfest war, im Rahmen des Park(ing)Day einige Parkplätze für den Tag mal nicht zum Parken, sondern mit Kunstrasen und Liegestühlen der degewo als Spiel- und Aufenthaltsfläche zu nutzen. Trotz Halteverbotsschildern, waren jedoch alle für die Aktion angedachten Parkplätze belegt. Das immer wieder diskutierte Thema des Parkplatzdrucks scheint in der Ackerstraße also enorm hoch zu sein, so dass der Kunstrasen kurzerhand auf dem Gehweg ausgerollt wurde.

Zum Projekt

Ziel des Projektfonds-geförderten Projektes ist, die Aufenthaltsqualität in der Ackerstraße sichtbar zu verbessern und das nachbarschaftliche Engagement für den öffentlichen Raum zu stärken. Innerhalb der nächsten eineinhalb Jahre werden Workshops, Feste und Maßnahmen zur Verschönerung der Ackerstraße und Sensibilisierung für das Thema Müll stattfinden. Ein weiteres Ziel ist es, die BewohnerInnen des Quartiers näher zusammenzubringen.

Kleinteilige Verbesserungen der Ackerstraße

20.09.2017

Fotos: Andrei Schnell

Text: Gruppe F

Ihre Idee ist gefragt

Ideenaufruf Oktober 2017Die Blätter der Bäume beginnen sich schon wieder zu verfärben. Der Herbst hält langsam Einzug. Es ist die Zeit für Basteln mit Kindern, für Hochbeetbau oder ein gemeinsames Theaterprojekt. Oder, oder, oder, oder…! Im Topf des Aktionsfonds des Quartiersmanagements Brunnenviertel-Ackerstraße gibt es noch Mittel für Ihre Nachbarschaftsaktion. Der nächste Antragsschluss ist der 09.10.17.

Die Aktionsfondsjury und das Team des Quartiersmanagements freut sich auf spannende Ideen aus der Nachbarschaft für die Nachbarschaft. Gebeten wird um Ideen für Projekte, wobei der Kiez von dem Projekt profitieren muss. Zum Beispiel indem Bewohner und Bewohnerinnen an der Aktion teilnehmen können, indem gemeinsam mit Nachbarn etwas im Stadtteil verändert wird oder indem das Brunnenviertel ein Stückchen schöner wird. Vor allem soll das ehrenamtliche Engagement gestärkt werden.

Mehr Informationen zum Aktionsfonds finden sich durch Klick auf der Unterseite "Der Aktionsfonds - Geld für Deine Idee".

Eine übersichtliche grafische Darstellung zum Aktionsfonds hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung veröffentlicht.

Das Antragsformular, vergangene Projekte und weitere Infos finden Sie auch auf der Unterseite "Ich habe eine Idee - wie wird ein Projekt daraus?"

Falls Sie Unterstützung brauchen, um den Antrag auszufüllen oder Fragen haben, können Sie sich gerne an das Team im Vorortbüro in der Jasmunder Straße wenden!

Ideenaufruf Oktober 2017

20.09.2017

Text: Andrei Schnell

Grafik: promo

Video zu Freiheit und Freiheiten

Video Weddinger FreiheitIn der Bundesrepublik Deutschland gilt die freiheitliche Grundordnung. Das ist ein großes, philosophisches Wort. In Gesprächen mit Menschen aus dem Brunnenviertel und Umgebung hat die Journalistin Lena Reich nachgefragt, was Freiheit konkret bedeutet. Hier im Kiez und heute in der Gegenwart. Daraus ist ein Film entstanden, der während der Ausstellung "Weddinger Freiheiten" zu sehen ist.

Sollte wieder ein Parkwächter eingestellt werden, der den Vinetaplatz bewacht? Die Rentnerin Margot Visser hat diese Zeiten noch erlebt und weiß wie schön sauber der Platz dadurch damals war. "Hinten war ein Platz, das war der Ruheplatz. Da durften wir Kinder gar nicht rein. Da gingen nur die alten Leute rein", erinnert sich die Seniorin an die Regeln und auch an den Aufpasser, den sie damals "Pupe" nannten.

In dem Film "Weddinger Freiheiten - Und oben die Jungs" von Lena Reich kommen zahlreiche Menschen zu Wort, die erzählen, wo sie im Alltag frei oder unfrei sind. Wie das für sie ist mit den Regeln und dem Gefühl, alles machen zu können. So sagt ein Kind über das streng geregelte Fußballspiel: "Ich fühle mich frei, wenn ich Sport mache." Und darauf folgt im Film eine Erinnerung einer Frau, die mit acht Jahren aus dem damaligen Jugoslawien nach Deutschland kam: "Sie haben uns beigebracht: Respekt haben und immer an den Grenzen bleiben und nicht auffallen." Einfache Antworten gibt es in dem Film nicht, nur viele Perspektiven auf Freiheit und Freiheiten.

Das gut halbstündige Video wird während der Ausstellung "Weddinger Freiheiten" in der St. Paul-Kirche - über die im Beitrag "Ausstellung über Freiheit im Wedding" berichtet wurde - gezeigt. Es ergänzt die Tafeln, die historische Rückblicke auf Möglichkeiten des Freiraums bieten. Die St. Paul-Kirche öffnet bis Ende Oktober zusätzlich sonntags von 11 bis 13 Uhr und mittwochs von 15 bis 18 Uhr. Im nächsten Jahr wird die Wanderausstellung mit dem Video auch im Brunnenviertel in der Himmelfahrtkirche oder in der Kapelle der Versöhnung zu sehen sein.

Finanziell geholfen hat bei der Produktion des Films der Aktionsfonds des Quartiersmanagements.

Weiterführende Informationen:
Darstellung der Ausstellung "Weddinger Freiheiten", deren Teil der Film von Lena Reich ist, auf der Webseite der evangelischen Kirche Berlin Nordost

Weddinger Freiheiten

14. September 2017

Text und Fotos: Andrei Schnell

Die AG "Gute Taten" bittet um Rücksicht

AG Gute Taten Schildereinweihung Gustav-Falke-GrundschuleAm Anfang stand die Frage, was sich für die eigene Schule Gutes tun ließe? Die Kinder der dritten und vierten Klasse, die an der Gustav-Falke-Grundschule in der AG "Gute Taten" mitarbeiten, fanden, dass ihre Mitschüler zu achtlos mit dem Schulhof umgehen. Sie haben deshalb im vergangenen Schuljahr Tafeln mit Bitten gemalt.

"Die Kinder erklärten mir, dass auf dem Schulgelände zu viel Pflanzen zertrampelt werden", sagt Sozialarbeiterin Tülay Sulayman, die seit vielen Jahren an der Gustav-Falke-Grundschule arbeitet. Dagegen wollte die Arbeitsgemeinschaft (AG) "Gute Taten" etwas unternehmen. Den Kindern fiel ein, dass man Schilder aufstellen könnte. Tülay Sulayman hat die Schüler und Schülerinnen dann gleich mit einem Problem konfrontiert: wenn etwas Sichtbares entstehen soll, wird Material benötigt. Und das kostet Geld.

Schildereinweihung AG Gute Taten Gustav-Falke-GrundschuleDeshalb hat AG im letzten Jahr ihre Idee der Kinderjury Mitte vorgestellt. Die Kinderjury vergibt Geld an Projekte von Kindern und auch in der Jury selbst entscheiden Kinder. 400 Euro hat "Gute Taten" von der Jury erhalten. Mit dem Geld konnten sie ihre Idee, Tafeln zu bemalen, umsetzen.

Die Tafeln bestehen aus Kunststoff und die Farben sind regenfest. Welche Materialien am besten geeignet sind, dabei hat Florian Fleischmann beraten, der auch gleich die Tafeln zurechtgeschnitten und aufgebaut hat. "Ich habe handwerklich ausgeholfen", sagt er.

Die Kinder schrieben auf die Schilder Bitten wie: "Bitte nicht kaputt machen" oder "Bitte nicht den Müll auf den Boden werfen". Am 13. September stellte jedes Mitglied der AG seine Tafel auf und erklärte öffentlich, warum seine Bitte an die Mitschüler genau an diese Stelle gehört. Auch die Direktorin Sabine Gryczke hörte bei der Präsentation zu.

Weiterführende Informationen
Die AGs der Gustav-Falke-Grunschule

Schildereinweihung AG Gute Taten Gustav-Falke-Grundschule

14.09.2017

Text und Fotos: Andrei Schnell

Blick in Ihren Kochtopf

Suppenwettbewerb"Dürfen wir in ihren Supptentopf schauen", fragt das Team im Vorortbüro. Gesucht werden Rezepte für Suppen. Ihre Lieblingsrezepte werden auf dem Jahreskalender 2018 stehen, der gerade gestaltet wird. Zu gewinnen gibt es einen kulinarischen Gutschein im Wert von 20 Euro.

Bis zum 29. September können Sie Ihre Suppenrezepte an das Team im Vorortbüro schicken. Per Post an Quartiersmanagement Brunnenviertel-Ackerstraße, Jasmunder Straße 18, 13355 Berlin und per E-Mail an brunnenviertel-ackerstrasse@stern-berlin.de.

Es wird auch ein Gewinn verlost. Ein kulinarischer Gutschein im Wert von 20 Euro winkt. Außerdem werden die schönsten Rezepte auf dem Jahresplaner gedruckt. Schon seit vielen Jahren gestaltet das Vorortbüro einen Jahreskalender mit Motiven aus dem Brunnenviertel. Der Kalender wird kostenfrei an Bewohner und Bewohnerinnen abgegeben.

Lieblingssuppenwettbewerb 

13. September 2019

Text und Foto: Andrei Schnell

Grafik: Quartiersmanagement

Veranstaltungskalender September bis November

Veranstaltungskalender Brunnenviertel Herbst 2017An einem kräftigen, dunklen orangen Farbton ist der aktuelle Veranstaltungskalender für das Brunnenviertel zu erkennen. Er enthält wieder viele Tipps und Hinweise auf Angebote im Kiez. Der Faltplan nennt dieses Mal Termine bis Mitte November. Zusammengestellt wurden die Ankündigungen wie gewohnt von Birgit Bogner. Der Kalender liegt an vielen Stellen im Kiez zur kostenfreien Mitnahme aus.

Rund 60 einzelne Veranstaltungen listet der Kalender für Monate Mitte September bis Mitte November auf. Fast alle davon finden im Brunnenviertel statt. Außerdem sind alle Adressen mit Veranstaltungsorten im Kiez genannt. Unter den regelmäßigen Angeboten werden die Ballspiele auf dem Gartenplatz hervorgehoben. 

Hier eine Auswahl einzelner Termine:

  • Am 15. September lädt das Familienzentrum in der Wattstraße wieder zum mehrsprachigen Bilderbuchkino ein. Licht aus, Geschichte an.
  • Am 16. September wird auf der Ackerstraße gefeiert: Straßenfest und Projektmesse.
  • Am 18. September gibt es eine Führung durch die Rostenthaler Vorstadt.
  • Am 20. September ist "familienfreundliches Wohnen" Thema beim Berliner Familienforum 2017. Bei soviel Familie kann der Veranstaltungsort nur das Familienzentrum Wattstraße sein
  • Am 6. Okotber wird Asure gefeiert. Nicht nur Muslime feiern, auch die christlichen Kirche feiern mit. Alle neugierigen Nachbarn herzlich eingeladen dabei zu sein.
  • Am 7. Oktober ist wieder Familiennacht.

Termine, Angebote und Tipps sind auch auf der Unterseite Aktuelle Veranstaltungen zu finden.

Veranstaltungskalender Herbst 2017 Brunnenviertel

Text: Andrei Schnell, Grafik: artem

06.03.2017

25 Jahre Hospizarbeit im Brunnenviertel

25 Jahre Hospiz im Lazarus-HausSeit einem Vierteljahrhundert finden todkranke Menschen im Hospiz des Lazarus-Hauses eine Möglichkeit, in Würde zu sterben. Am 11. September gab es zum Jubiläum ein Festakt, bei dem auch den vielen ehrenamtlichen Sterbebegleitern gedankt wurde. Auch die ehemalige Bundesministerin und heutige Präses der evangelischen Kirche, Irmgard Schwaetzer, leistete in der Bernauer Straße sieben Jahre lang Menschen am Lebensende Beistand.

"Hospizarbeit ist Trauer und doch voll mit Leben", sagte Irmgard Schwaetzer in ihrer Festrede. Die 75-jährige frühere Ministerin für Raumordnung und Städtebau und heutige Präses der Synode der evangelischen Kirche griff damit das Motto der Festveranstaltung "Voll mit Leben" auf. Eine klare Absage erteilte sie allen Diskussionen um eine aktive Sterbehilfe. Zum Thema Schmerztherapie sagte sie: "Es ist gut, dass die Palliativmedizin Einzug gehalten hat, aber sie kann niemals ehrenamtliche Begleitung ersetzen, die übrigens nicht in Konkurrenz zu Pflegedienst oder Angehörigen steht."

Irmgard SchwaetzerHospizarbeit ist Sterbebegleitung, die vor allem von ehrenamtlichen Mitarbeitern geleistet wird. Zur Zeit schenken 66 Ehrenamtliche ihre Zeit unheilbaren Kranken. Seit 1992 haben 295 Menschen rund 2.400 Sterbene betreut. Wer Menschen in den letzten Monaten, Wochen oder Tagen begleiten möchte, besucht zunächst einen Befähigungskurs. 27 hat das Lazarus-Haus in den letzten 25 Jahren durchgeführt. Der nächste Kurs startet im Oktober.

Das Lazarus-Haus hat 1992 das erste ambulante Hospiz in Berlin der evangelischen Bethel-Stiftungen gegründet. 1999 folgte ein stationäres Hospiz. Für Martin Wulf, Geschäftsführer des Lazarus-Geländes in der Bernauer Straße, sind 25 Jahre eine relativ lange Zeit. Was damals neu war, muss heute weiter entwickelt werden. Zwei Fragen stellte er: "Stichwort kultursensible Hospiz. Natürlich sind wir ein evangelischer Träger, aber ist es vielleicht auch unsere gute Aufgabe auch Menschen anderen Glaubens, zum Beispiel muslimischen Glaubens, als Helfer und als Patienten aufzunehmen?" Und: Sollte das Thema Begleitung junger Sterbender angegangen werden? "Damit wir in 25 Jahren sagen können, darum haben wir auch gekümmert".

Die Festrednerin Irmgard Schwaetzer hat eine besondere Beziehung zum Standort Lazarus. Von 2005 bis 2012 hat sie ehrenamtlich im Hospiz mitgearbeitet. Motivation zum Ehrenamt war für sie als Christin die Frage, wie eine "Alternative zur aktiven Sterbehilfe" aussieht. Wie kann es gehen, das "würdevolle und selbstbestimmte Leben an dessem Ende?"

Weiterführende Informationen:

PDF der Festzeitschrift Voll Mit Leben

Webseite mit Informationen zum Ambulanten Lazarus Hospizdienst

25 Jahre Hospiz Lazarus Haus

12. September 2017

Text und Fotos: Andrei Schnell   

Kunstwerk: Berliner Krähen im Roggenfeld

Berliner Krähen Kapelle der VersöhnungAb sofort ist im ehemaligen Mauerstreifen ein Krähenschwarm zu sehen. Die Künstlerinnen Maira und Natalia Petschatnikov hatten Kinder und Ältere aus dem Brunnenviertel, aber auch Menschen aus aller Welt eingeladen, 1.000 Krähenschablonen zu bemalen. Die Kunstinstallation auf dem Roggenfeld der Kapelle der Versöhnung in der Bernauer Straße ist vom 6. bis zum 24. September zu sehen. Bei der Eröffnung wurde der Hintergrund der Kunstaktion erklärt.

Im Berlin der Mauerjahre trafen nicht nur beim Kalten Krieg zwei weltpolitische Systeme aufeinander, sondern auch zwei Krähenpopulationen. Die westlich der Elbe beheimatete Saatkrähe und die östlich davon lebende Nebelkrähe. In großen Schwärmen zogen sie damals aus, um auf beiden Seiten der Berliner Mauer Futter zu suchen. Im Niemandsland des Mauerstreifens fanden sie Ruhe und Schutz.

Maria Petschatnikov und Natalia PetschatnikovDas ist der geschichtliche Hintergrund der Kunstinstallaion "Berliner Krähen" der beiden Künstlerinnen Maria und Natalia Petschatnikov. In dem Projekt haben die beiden 1.000 Schablonen von Krähen in Originalgröße produziert und von Laien und Künstlern bemalen lassen. Auch aus dem Brunnenviertel kamen einige Maler. So hatten Schüler der Gustav-Falke-Grundschule Gelegenheit, ihre eigenen Krähen zu bemalen und auch Bewohner des Servicewohnens Sophia in der Ackerstraße.

Bis zum 24. September ist das Roggenfeld neben der Kapelle der Versöhnung in der Bernauer Straße nun eine Freiluftgalerie - geöffnet täglich von 0 bis 24 Uhr.

Das öffentliche Kunstprojekt wurde durch die Stiftung Berliner Mauer finanziert. Das Quartiersmanagement ermöglichte über den Aktionsfonds mit Mitteln der Sozialen Stadt einen Workshop, bei dem Schüler der Gustav-Falke-Grundschule und Bewohner des Servicewohnen Sophia in der Ackerstraße einige Krähen bemalten.

Weiterführende Informationen
Webseite des Kirchenkreises Nord-Ost, zu dem die Kapelle der Versöhnung gehört

Kunstinstallation Berliner Krähen

06.09.2017

Text und Fotos: Andrei Schnell

Das Brunnenviertel im Roman

Anne Hahn Herz des AalsEs ist kein historisches Sachbuch über das Brunnenviertel, obwohl auf dem Cover ein altes Foto von der Liesenbrücke zu sehen ist. Es ist ein Foto aus der Zeit, als die Brücken noch nicht Rostschrott waren, sondern neu und mordern. Einst ragten sie mitten im Bauboom aus der wachsenden Stadt heraus. Heute liegen die Brücken gewissermaßen abseits. Und mit den Wundern, die abseits der ausgetretenen Pfade zu finden sind, beschäftigt sich auch der Roman "Das Herz des Aals" von Anne Hahn.

Es ist eine abseitige, wunderliche Welt, eine Welt, die verwundert, in die der Roman den Leser entführt. In dem Buch treten Zirkusdirektoren auf, kreuzen Dampfschiffe durch die pazifische Südsee zum Kaiser-Wilhelms-Land, kommen Nixen zu Wort und dreht sich vieles (oder alles?) um die Sage vom Aal. Wobei dieses Märchen aus Ponape (heute Pohnpei in Mikronesien) so gar nicht in das Schema der Grimm-Märchen passt.

Ein Wunder ist es auch, dass die Autorin sich traut, mehrere Zeitebenen nebeneinander zu erzählen, wo doch Texte heutzutage einfach und gerade zu sein haben. Mit verschiedenen Schriftarten abgesetzt, wird die Geschichte von Charlotte Lerche in der Gegenwart erzählt. Gleichzeitig, wieder mit eigener Schriftart, erlebt der Leser die Reise des Abenteurers Daiber. Und dann gibt es noch den Kater Satan, einen Don, das Blumenmädchen und und und. Dem allen zu folgen ist nicht immer einfach, aber auch nicht immer nötig. Wie bei einem Gedicht kann sich der Leser auch einfach von der Stimmung und dem Geheimnisvollen der drei Buchteile "Vineta", "Galgen" und "Hingabe" gefangen nehmen lassen.

Auch das Brunnenviertel, im Buch Feuerland genannt, wird wiederholt und wundervoll beschrieben. "Als die Stadt wuchs, begann das Sterben zu stören", beginnt eine Beschreibung, die um die Jahrhundertwende angesiedelt ist. In der heutigen Beschreibung werden die Liesenbrücken zu einem Teil eines Shooter-Computerspiels. 

Die Autorin Anne Hahn ist in ihrer Jugend mit dem Punk groß geworden. Punk, das muss man heute erklären. Es ist eine Musikrichtung, die schräg und wild klingt. "Herz des Aals" könnte wie leiser Punk verstanden werden. Das heißt  wie Punkmusik ohne Krach: aber wunderbar abseits vom Gewohnten.

Weitere Informationen:
Wie der Ventil Verlag das Buch "Herz des Aals" beschreibt, steht auf dessen Webseite. Dort werden auch wichitge weitere Bücher der Autorin vorgestellt.
Eine Biographie von Anne Hahn zur ungewöhnlichen Jugend von Anne Hahn hat das Zeitzeugenbüro veröffentlicht.

Anne Hahn Herz des Aals

05.09.2017

Text: Andrei Schnell

Cover: ventil Verlag

Verschlossene Türen öffnen sich beim Denkmaltag

Stiftung Berliner MauerDeutschlands womöglich berühmtestes Denkmal steht im Brunnenviertel: Die Berliner Mauer. Beim Tag des offenen Denkmals bietet die Stiftung Berliner Mauer eine Führung an. Im näheren Umfeld sind außerdem viele weitere historische Gebäude kennen zu lernen, die sonst nicht für die Allgemeinheit offen sind.

Alte Gebäude, die noch immer genutzt werden, öffnen am Denkmaltag für Besucher ihre Türen. Am Wochende vom 9. bis zum 10. September laden 50 Länder auf dem europäischen Kontinent zum European Heritage Days ein. "Macht und Pracht" ist das Motto, das für Deutschland die Deutsche Stiftung Denkmalschutz 2017 gewählt hat.

Die Berliner Mauer war eine Dauerbaustelle. Wie das ging, erklärt Dr. Günter Schlusche in seiner Führung zur Technikgeschichte der Berliner Mauer am Sonnabend, 9. September.

Nur selten öffentlich zugänglich ist der berühmte Puttensaal in der Bibliothek am Luisenbad. Am Sonnabend und am Sonntag (9. und 10. September) geht es mit Nächste Ausfahrt Weddingum 12 Uhr zu einer Führung durch die "Überreste des Kurbades Luisenbad".

Und am Sonntag spannt Diana Schaal mit ihrer Führung den Bogen ein klein wenig weiter und lädt zum Rundgang "Geschichte rund um die Bibliothek am Luisenbad".

Nur wenige kennen die Farbenpracht der katholischen St. Josephs Kirche in der Müllerstraße in der Nähe des S-Bahnhofs Weddings. Am Sonnabend und am Sonntag besteht Gelegenheit Malerei und Mosaike der Kirche anzusehen.

Auch die Wiesenburg in der Wiesenstraße öffnen zum Denkmaltag am Sonnabend und am Sonntag.

In Deutschland öffnen rund um den 10. September, dem bundesweiten Tag des offenen Denkmals, "7.500 historische Baudenkmale, Parks oder archäologische Stätten ihre Türen". Der Tag des offenen Denkmals ist der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days, die 1984 in Frankreich ihren Ursprung nahmen. Seit 1999 steht der Denkmaltag unter der Schirmherrschaft des Europarates.

LINKS
Das Berliner Programm zum Denkmaltag

Das historische Luisenbad

04.09.2017

Text und Fotos: Andrei Schnell

Seiten