Juli 2019

Vor fünf Jahren wurde der Lokspielplatz fertig

Lokspielplatz 2014 Brunnnenviertel EröffnungVor fünf Jahren am 9. Juli 2014 um 14 Uhr wurde der aufgefrischte Spielplatz in der Usedomer Straße Ecke Hussitenstraße den Kindern übergeben. 153.800 Euro flossen über den Baufonds in die Umgestaltung des Spielplatzes Usedomer Straße 18a. Der Verschönerung vorangegangen war eine Beteiligung der Anwohner und Anwohnerinnen.

Eröffnung Lokspielplatz BrunnenviertelCarsten Spallek, damals im Bezirk Mitte Baustadtrat, durchschnitt ein rotes Plastikband, und endlich konnten Kinder der Kita Ackerstraße und der Kita Wattstraße die neuen Spielgeräte einweihen. Auch Kinder von Anwohnern und Anwohnerinnen der Usedomer Straße hatten vom Fenster aus das Baugeschehen verfolgt und wollten nun ebenfalls die ersten sein, die den sanierten Spielplatz testeten.

Als voller Erfolg hat sich im Rückblick der letzten fünf Jahre der große Tisch fürs Familienpicknick in der Mitte der Spielplatzes erwiesen. Auf anderen Spielplätzen sitzen Eltern gewöhnlich um den Spielplatz herum und schauen ihren Kindern zu, die wie im Zirkus in der Manege in der Mitte spielen. Durch den großen Tisch ist diese Sitzordnung aufgebrochen. Zu beobachten ist, dass der Tisch von den Eltern gern angenommen wird. Nicht selten wird dort gegessen  und getrunken. Den Picknicktisch hatten sich unter anderem Erzieher und Eltern der Kita Wattstraße gewünscht (siehe Beitrag "Spielplan für kleine Lokführer"). Die Kinder hatten sich unter anderem die Nestschaukel gewünscht.

Links:
Fotos von der Eröffnung vor fünf Jahren finden sich auf Facebook (auch ohne Registrierung einsehbar) und auf dieser Webseite im Beitrag "Eröffnung des Lokspielplatzes".

Lokspielplatz

26.07.2019

Text und Fotos: Andrei Schnell

Campusschule im Brunnenviertel: Geschichte einer Idee

Ernst-Reuter-Oberschule BrunnenviertelMit der Rütli-Schule in Neukölln, die sich von der Brandbrief-Schule zur Vorzeigeschule entwickelte, kam die Campus-Idee nach Berlin. Auch für das Brunnenviertel sollte es einen Campus geben. Diese Idee hat das Quartiersmanagement zusammen mit anderen Akteuren hartnäckig weiter verfolgt. Aus Anlass der aktuellen Ausschreibung "Campus: Inhaltliche Stärkung - MINT, Kooperationen, Ausstattung" ein Blick zurück auf die Geschichte der Campus-Idee.

Der Blick des Quartiersmanagements: Campus im IHEK

Im Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzept (IHEK) von 2010 (verfasst im Dezember 2009) findet sich der Begriff Campus zum ersten Mal. "Aufgrund ihrer räumlichen Nähe sind die beiden Schulstandorte [Ernst-Reuter-Oberschule und Gustav-Falke-Grundschule] prädestiniert für die Entwicklung eines gemeinsamen Campus". Die Idee wird beschrieben mit den Worten: "Verstanden als zentraler Ort der Bildung und Freizeit für alle". 2010 fand eine Klausurtagung zwischen Vineta-Grundschule, Gustav-Falke-Grundschule und Ernst-Reuter-Oberschule statt, wie im IHEK 2011 nachzulesen ist. Der Name wechselte zu "Campus Bernauer Straße". Im IHEK 2015/16 wird die Möglichkeit einer Sanierung der Ernst-Reuter-Schule durch SIWA-Mittel (Sondervermögen Infrastruktur der wachsenden Stadt). erwähnt. Stand heute (Juli 2019) ist die Sanierung der Ernst-Reuter-Schule im Nachfolgeprogramm SIWANA allerdings weiterhin "in Planung". Im letzten IHEK 2017/18 wird die Möglichkeit einer "Leuchtturmschule" als "Campus mit der Gustav-Falke-Grundschule" beschrieben,.Im aktuell veröffentlichten Aktionsplan des Quartiersmanagement geht es um die Inhalte eines möglichen Campus': "Entwicklung gemeinsamer MINT-Campus mit Gustav-Falke-GS ... Die Schulen sollen bis 2020 ein klares MINT-Profil haben". MINT ist die Abkürzung für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

Der Blick des Bezirks: Machbarkeitsstudie und Co.

Im November 2015 besuchte Sabine Smente als Stadträtin das Brunnenviertel. Bei einem Rundgang durch das Viertel sprach sie in den Fluren der Ernst-Reuter-Oberschule von einer "Vision", die "sie für die Schule habe". Unter anderem versprach sie 3,5 Millionen Euro für eine Machbarkeitsstudie.

Das Architekturbüro Jahn, Mack und Partner hat mit Datum 16. November 2016 eine Machbarkeitsstudie erstellt. Zu sehen waren Teile davon unter anderem am 25. April 2018 bei einem Politikerbesuch in der Ernst-Reuter-Oberschule. Der Weddingweiser hat über diesen Termin berichtet und zeigt Fotos von Grafiken der Studie. Der vorgeschlagene Abriss, Umbau und Neubau (Artikel "Klappt ein Neustart an der Ernst-Reuter-Schule?") ist gut zu erkennen. Deutlich wird der Vorschlag, die Strelitzer Straße aufzugeben und in Schulhof umzuwandeln. Auch Stadtrat Carsten Spallek (CDU) hat am 14. Juni 2018 Fotos von diesen Plänen im Internet veröffentlicht. Auf Facebook schrieb er am 14. Juni 2018 von der "ersten Sitzung der Projektgruppe".

Ausführlich über den Inhalt der Machbarkeitsstudie berichtet ein Wortprotokoll eines Rundganges des Bezirksausschusses für Schule am 12. April 2018, der in der Ernst-Reuter-Schule stattfand. Im Kern wurde bei diesem Termin über die Sanierung der Ernst-Reuter-Schule durch den Berliner Senat gesprochen. Die "Gründung eines gemeinsamen Schulstandortes mit der Gustav-Falke-Grundschule" sei eine "Idee".

Eine Suche innerhalb der Webseite der Bezirksverordnetenversammlung ergibt unter den Drucksachen keinen Treffer bei den Worten Campus, Ernst-Reuter-Oberschule oder Gustav-Falke-Grundschule. Das bedeutet, es gibt keinen Antrag, keinen Beschluss und keine Vorlage, die den Campus explizit zum Thema hat.

Der Blick des Senats: Schulbauoffensive

Im Bericht der Schulinspektion der Ernst-Reuter-Oberschule vom Schuljahr 2018/19 heißt es zum Campus-Gedanken: "Die Vision des Schulleiters, aus der Ernst-Reuter-Schule einen Campus Bernauer Straße als MINT-Leuchtturm zu entwickeln, wird von der regionalen Schulaufsicht mitgetragen. Das Kollegium begegnet diesem Vorhaben überwiegend offen."

In der Schulbauoffensive, einem auf zehn Jahre angelegtem 5,5-Milliarden-Euro-Investitionsplan der Stadt Berlin, wird die Ernst-Reuter-Oberschule als "Großschadensfall" geführt. Auf 25 Millionen Euro werden die Kosten für die Sanierung durch Abriss und Neubau geschätzt. Dieser Umbau soll durch die Howoge gestemmt werden. Unpräzise heißt es in der Schulbauoffensive "Qualifizierung Gesamtstandort" und "Arrondierung". Das kann einen gemeinsamen Campus mit der Gustav-Falke-Grundschule beinhalten, aber auch eine eigenständige Sanierung meinen.

Die Idee eines Campus' in der Presse

In die breite Öffentlichkeit ist die Idee des Schulcampus' bislang noch nicht vorgedrungen. Die Regionalausgabe des Wochenblattes "Berliner Woche" zitiert am 26. Januar 2017 den Stadtrat Carsten Spallek mit den Worten: "Das Projekt Reuter-Campus steht ganz am Anfang".

Warum ein Campus?

Die Antwort des Berliner Senats auf einen Brandbrief der Lehrer der Neuköllner Rütli-Hauptschule im Jahr 2006 war die Zusammenlegung der Schule mit benachbarten Grund- und Realschulen zum Rütli-Campus. Wegen des Erfolges dieses Modells wollte der Quartiersrat die Campusidee auch im Brunnenviertel anwenden. Wobei die Besonderheit wäre, dass die Gustav-Falke-Grundschule mit ihrem naturwissenschaftlichen Schwerpunkt bereits bewiesen hat, wie durch inhaltliche Profilbildung eine positive Schulentwicklung möglich ist. Grundidee ist, dass die beide Schulen im Gebiet Ackerstraße gemeinsam noch mehr erreichen könnten.

17.07.2019

Text und Fotos: Andrei Schnell

Gutachten zur Parkzone im Brunnenviertel bald fertig

HalteverbotschildDie Nachfrage nach Parkplätzen steigt - nicht nur dann, wenn wegen Baustellen mehrere Straßen m Kiez gleichzeitig gesperrt sind. Denn immer mehr Menschen arbeiten im Brunnenviertel und auch die Zahl der Bewohnerinnen und Bewohner steigt. Deshalb treibt die Verwaltung im Bezirk die Einführung neuer Parkzonen in MItte voran.

Fakt ist, dass im vergangenen Jahr der Druck auf die vorhandenen Parkplätze im Brunnenviertel untersucht wurde. Wie viele freie Parkplätze gibt es? Woher kommen die parkenden Fahrzeuge? Auf der Grundlage der erhobenen Daten wurde ein Gutachten erstellt, das sich derzeit in der Endabstimmung zwischen den beteiligten Ämtern befindet. Das teilte die zuständige Verwaltung im Bezirksamt auf Nachfrage des Quartiersmanagements Brunnenstraße mit, Im Laufe des Sommers sei die Fertigstellung des Gutachtens vorgesehen. Erst dann könne über die Ergebnisse der Untersuchung öffentlich in den Ausschüssen der Bezirksverordnetenversammlung diskutiert werden. Anschließend könne entschieden werden.

Nach einer möglichen Entscheidung für eine neue Parkzone im Brunnenviertel dauere es weitere Monate bis die ersten Parkscheinautomaten aufgestellt sind. Auch müsse zuvor Personal gefunden und geschult werden, damit die Einhaltung der neuen Regelung überwacht werden könne.

Unabhängig von dem laufenden Prüfverfahren des Bezirks, gibt es daneben das politische Ziel des Berliner Senats, bis zum Jahr 2021 innerhalb des gesamten S-Bahn-Rings die Parkraumbewirtschaftung einzuführen. Demnach wäre es nur eine Frage der Zeit, bis auch zwischen Bernauer Straße und Bahnhof Gesundbrunnen Parkscheine oder Anwohnerparkausweise fürs Parken nötig werden.

Auf Facebook ist zu beobachten, dass die Meinung unter den Anwohnern und Anwohnerinnen geteilt ist. Die einen hoffen, noch möglichst lange um die Parkraumbewirtschaftung im Brunnenviertel herum zu kommen. Nicht jeder könne einfach auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Andere dagegen befürworten eine kostenpflichtige Parkzone in ihrer Nachbarschaft. Sie hoffen auf stärkere Kontrollen durch das Ordnungsamt, um so als Nebeneffekt auch das wilde Parken zurückzudrängen. Anlass der Diskussion war ein kürzlich erschienener Bericht in einer der großen Tageszeitung. In dem Bericht stand, dass in den kommenden drei Jahren nahezu jeder Stadtteil im Bezirk Mitte eine Parkzone erhalten solle.

Derzeit existieren in Berlin-Mitte 16 kostenpflichtige Parkzonen. Weitere Informationen zum Thema gibt es auf der Webseite des Bezirksamts: www.berlin.de/ba-mitte/politik-und-verwaltung/aemter/ordnungsamt/parkraumbewirtschaftung

Knöllchen Strafzettel Brunnenviertel

16.07.2019
Text und Foto oben: Dominique Hensel
Foto unten: Andrei Schnell

Surfen auf der alten Webseite

Homepage im Jahr 2007 BrunnenviertelWer erinnert sich noch an die Webseite www.stem-ackerstrasse.de? Bevor die aktuelle Webadresse www.brunnenviertel-ackerstrasse.de online ging, veröffentlichte das Quartiersmanagement Neuigkeiten unter der alten Adressen. Archivseiten im Internet machen einen Besuch der Webseite im Jahr 2007 möglich. Damals war noch alles neu, der erste Quartiersrat wurde gewählt, die erste Aktionsfondsjury wurde gewählt, das erste Kiezfest gefeiert, das Jugendberatungshaus compass wurde eingeweiht ...

HP Acker 2007 BrunnenviertelIn der Voltastraße 33 "füllt sich seit Juli der neue Bewohnertreff mit Leben" heißt es auf der Webseite im Jahr 2007. Aus dem Anwohnertreff wurde 2008 der Verein Volt-Cültüre. Der Start war hoffnungsvoll mit Hausaufgabenhilfe, internationalem Chor, Foto- und Nähkurs und Frühstück. Ende 2011 wurde dann klar, dass Verein und Treff sich nicht verstetigen lassen.

Am 19. Mai 2007 eröffnet die Kita "Kinderparadies" in der Ackerstraße 104 in der Nähe der Liesenbrücken.

Am 25. August organisiert die Initiative "Wedding lebt" den "Wedding day" mit einem großen Programm. Unter anderen beteiligt sich auch die Technische Universität Berlin in der Peter Behrens-Halle auf dem ehemaligen AEG-Gelände.

Am 7. September eröffnet Jens-Peter Heuer den Jugendberatungsladen compass in der Hussitenstraße. Der Linkenpolitiker ist Stadtrat für Jugend und Finanzen.

2008 feiert der Kiez 120 Jahren Brunnenviertel. Die Himmelfahrtkirche zeigt eine Ausstellung zur "bewegten Geschichte" des Stadtteils. Heute ist nicht mehr jedem klar, dass die Überschrift "120 Jahre" ironisch gemeint war, hat der Kiez den Namen Brunnenviertel doch erst im Jahr 2000 nach einer Anwohnerumfrage durch die Degewo erhalten. Vorher war der Stadtteil gewissermaßen namenlos.

Am 5. März 2009 startet offiziell das Projekt Brunnenkiezmütter.

2009 eröffnet der Park am Nordbahnhof.

Im Oktober 2009 erscheint erstmals das Kiezmagazin brunnen 1/4.

Zu einer "ungewöhnlichen" Sitzung trafen sich die Quartiersräte 2009 aus dem Gebiet Ackerstraße und Brunnenstraße. Die Sitzung war leider ungewöhnlich, weil sie eine der ganz seltenen Sitzungen war, auf dem die beiden Quartiersräte zusammenkamen, um den gesamten Kiez in den Blick zu nehmen. Auf der Tagesordnung stand die Gründung einer Bürgerstiftung Wedding.

2010 rollen im Kiez wieder die Bagger an. Dieses Mal wird auf dem Gartenplatz gebaut, der in drei Abschnitten umgestaltet wird und ein frisches Aussehen erhalten wird.

Am 13. September 2010 ein erster große Höhepunkt für das Quartiersmanagement. Der aus dem Baufonds finanzierte Neubau eines Familienzentrums in der Wattstraße wird fertig. Bei einem Tag der offenen Tür wird das Haus vorgestellt.

Homepage 2010 Ackerstraße BrunnenviertelDann der große Schreck am Ende des Jahres 2010. Die Bundesregierung aus CDU und FDP will die Städtebauförderung drastisch kürzen. Vor allem das dort angesiedelte Programm Soziale Stadt ist betroffen. Damit ist die Zukunft des Quartiersmanagements ungewiss. Auf der Webseite ruft das QM-Team auf, die Online-Petition Rettet die soziale Stadt zu unterzeichnen. Außerdem wird das Brunnenviertel ausgewählt, um Bundespolitikern das Brunnenviertel zu zeigen. Ziel: "vor Ort zu zeigen, wie die Gelder der Städtebauförderung investiert werden".

2011 wird intensiv über das Projekt Schooltalks berichtet. "Prominente Talkgäste in der Ernst-Reuter-Schule". Ziel des Projekts ist es, Jugendlichen mit Migrationshintergrund positive Beispiele für Erfolg im Beruf vor Augen zu führen. Klischees über Chancen auf dem Arbeitsmarkt sollen erschüttert werden. Die begleitenden Videos sind noch heute auf YouTube zu finden.

Am 18. Juni 2012 eröffnet die umgestaltete Terrasse der Ernst-Reuter-Oberschule in der Strelitzer Straße.

Im Oktober 2012 geht die neue Webseite online. Ganz oben auf der Homepage wird auf ein Video hingewiesen: "Schule aktiv - Durchstarten im Brunnenviertel".

Auf alten Webseiten stöbern lässt sich mit der so genannten Wayback-Machine der Webseite archive.org.

Homepage Ackerstraße 2012

18.07.2019

Text: Andrei Schnell

Grafiken: QM