Januar 2020

Joanes Preis: Filmprojekt gewinnt

Robert Patz Gewinner Joanes PreisDen ersten Platz beim Joanes Preis hat der Künstler Robert Patz gewonnen. Für die Umsetzung seines Vorschlages erhält er 40.000 Euro, das Preisgeld für ihn beträgt 6.000 Euro. Den zweiten Preis gewannen die Studenten Johanna Westermann und Edouard Barthen mit der Idee Frühling auf dem Ackerplatz. Einen Sonderpreis erhielten Max Hacke und Graham Baldwin, die den Ackerplatz mit einer Spiegelfolie überdachen möchten. Auch der Vorschlag, den Platz mit gelber Farbe zu tünchen, gefiel der Jury.

Insgesamt vergab die Jury fünf Preise, davon einen Sonderpreis; der dritte Preis wurde doppelt vergeben. Für die achtköpfige Jury entscheidend waren die Kriterien "Prozess und Produkt", so dessen Vorsitzender Prof. Dr. Marcus Menzl. Mit anderen Worten: Neben Konzept und Idee zählte für die Mitglieder "wie der Vorschlag zur Beteiligung angeregt".

Joanes PreisBei der Gewinneridee "Berliner Nachbarschaft - Ackerplatz 2020" ist Beteiligung zentrales Motiv. Der Diplom-Ingenieur Robert Patz hat vor, die Passanten und Passantinnen über einen roten Teppich in einen Bauwagen zu führen und dort per Filminterview zu befragen. Aus den Interviews will er einen Film schneiden und einige Wochen später auf dem Ackerplatz bei einem Fest vorführen. Nach seiner Erfahrung sind die Menschen im Brunnenviertel "sehr mitteilsam". Der Jury gefiel, dass nach der mehrwöchigen Aktion auf dem Ackerplatz etwas "Nachhaltiges" in Form eines Filmes entsteht. So verbleibe die "Erinnerung an das Projekt nicht nur im kulturellen Gedächtnis".

Studenten Johanna Westermann und Edouard Barthen gewinnen zweiten PreisViel lobende Worte fand die Jury auch für den zweiten Preis. Die beiden Studenten im Fach Urban Design haben zwar schon Erfahrungen mit Wettbewerben gesammelt, aber zum ersten Mal im eigenen Namen eine Idee eingereicht. Ihr Vorschlag betont die "Programmierung des Ortes", so Edouard Barthen. Programmierung ist ein Fachwort und bedeutet, das ein Programm geboten werde. So sieht der Vorschlag der beiden vor, eine Bühne zu errichten, eine Ausstellung wachsen zu lassen, einen Veranstaltungsort namens Kiezkaffee zu bauen und Workshops anzubieten. Bleibendes Element ihres Vorschlag sind die sogenannten Platzbotschafter. Die Entscheidung der Jury sei nach "intensiver Diskussion, aber dann doch eindeutig gefallen"so Marcus Menzl.

Alle eingegangen Ideen werden in der Waschküche in der Feldküche von 29. Januar bis 9. Februar immer von Mittwoch bis Sonntag von 16 bis 20 Uhr gezeigt.

Mitglied der Jury war auch Quartiersmanagerin Sibel Olguner. 

Beim Joanes Preis suchte die gleichnamige Stiftung Ideen, um die "600 Quadratmeter große Fläche in der Ackerstraße im Berliner Brunnenviertel zukünftig als Ackerplatz zum belebten Zentrum des Stadtquartiers" zu machen. So steht es auf der Webseite der Stiftung. Architekten, Landschaftsplaner, Künstler und Gestalter im weiteren Sinne reichten 53 Vorschläge ein. Über 200 Anfragen zu den Wettbewerbsunterlagen hat es gegeben, so der Vorstand der Joanes Stiftung Prof. Dr. Eckhart Hertzsch. Die Bespielung des Platzes erfolgt temporär. Die Joanes Stiftung ist eine junge Stiftung mit Gründungsjahr 2015. Das Stiftungskapital beträgt eine Million Euro. Stiftungsziel sind die drei Bereiche sozialer Wohnungsbau, Studien und Preisvergabe.

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Webseite des Joanes Preise

Preisverleihung Joanes Preis

28.01.2020

Text und Fotos: Andrei Schnell

Waschküche: Treffen der Netzwerker mit den Quartiersräten

Sitzung Quartiersrat BrunnenviertelDie Waschküche steht dem Kiez noch nicht im vollen Umfang zur Verfügung, weil noch ein Notausgang eingebaut werden muss. Kleinere Veranstaltungen mit wenigen Teilnehmern seien jedoch möglich wenn sie dem Projekt Aufbau Aktionsraum Waschküche dienen. Die Wohnungsbaugesellschaft degewo stellt den Raum Waschküche in der Feldstraße 10 zur Verfügung. Am Freitag (24.1.) fand in dem zukünftigen Kieztreffpunkt eine Quartiersratssitzung statt. Es war ein gemeinsames Treffen mit dem Netzwerk Waschküche, das den Raum künftig nutzen möchte.

In der Sitzung ging es vor allem ums Kennenlernen, um den Austausch und um die Vertiefung der Kieznetzwerke. Das ist besonders wichtig, weil das Quartiersmanagement Ackerstraße den Bewohnern nur noch bis zum Ende dieses Jahres zur Seite stehen kann. Das Verfahren Quartiersmanagement endet für das Gebiete Ackerstraße im Dezember 2020.

Quartiersratssitzung WaschkücheDie Fragen und Anmerkungen der Runde zielten auch genau in diese Richtung: Wie ist selbständige Arbeit ohne QM möglich? Wie und vor allem wie oft werden die Bewohner ihre Sorgen und Wünsche künftig Bezirksstadtrat Ephraim Gothe vortragen können? Welche Organisationsform könnte ein Kiezgremium in Zukunft haben? Wann wird die Waschküche genutzt werden können? Es wurde deutlich, dass es noch viele offene Fragen und viel Redebedarf gibt.

Isabell Strieder vom Projekt Stärkung des Quartiersrats, der Ehrenamtlichen und der Akteure für die Phase der Verstetigung präsentierte den Anwesenden zwei Podcasts, die sie gemeinsam mit den Akteuren über die Angebote im Kiez produziert hat. Die kurzen Filme sollen sichtbarer machen, welche Angebote es für verschiedene Gruppen im Gebiet gibt. Darüber hinaus wies sie auf eine Fortbildungsreihe für die Kiezaktiven hin. Denn Kommunikation untereinander und mit Besuchern ist zentral für alle Kiezarbeit.

QuartiersratssitzungKatja Niggemeier vom QM Brunnenstraße bstätigte den Termin zur gemeinsamen Sitzung der Quartiersräte der Gebiet im April. Darüber hinaus lud sie bereits jetzt dazu ein, zur diesjährigen Kiezwerkstatt zu kommen und sich in die Vorbereitungen einzubringen. So entstehen Anknüpfungspunkte für zukünftiges Engagement im Kiez.

Neben den Quartiersräten und dem Quartiersmanagement-Team (QM), Aktiven aus der Nachbarschaft und mehreren Vertretern von aktuellen Projekten im Quartier sowie Vertretern des Bezirksamts Mitte waren auch zwei Quartiersmanagerinnen aus dem QM Brunnenstraße und KiezsportLotsin Susanne Bürgern dabei, die im Nachbar-QM gleichfalls Quartiersrätin ist.

Quartiersratssitzung Januar 2020

27.01.2020

Text und Fotos: Dominique Hensel

Mit Tatkraft in den Frühling / #Ideenaufruf

Aktionsfonds Ideenaufruf 2020Warum nicht vorausdenken und jetzt schon den Frühling in den Blick nehmen? Beim Ideenaufruf zum Aktionsfonds sucht das Quartiersmanagement wieder Nachbarn, die ihre eigenen Aktionen und Projekte im Brunnenviertel starten möchten. Pflanzaktion, Theaterspiel, Bauprojekt, Nachbarschaftsfest oder, oder, oder… Ideen zur Stärkung der Nachbarschaft sind gefragt.

Der Aktionsfonds des QM Brunnenviertel-Ackerstraße unterstützt auch im Jahr 2020 ehrenamtliche Projekte mit bis zu 1.500 Euro für Sachmittel. Projektideen können beim Team des Quartiersmanagements bis zum 10. Februar 2020 eingereicht werden. Die Jurysitzung findet am 19. Februar 2020 statt. Wenn die Jury das eingereichte Projekt unterstützt, kann ab Ende Februar begonnen werden, das Projekt umzusetzen.

Auf dieser Webseite finden sich alle Infos zur Antragstellung. Zur Anregung eigener Ideen sind zuvor geförderte Projekte aufgelistet: http://www.brunnenviertel-ackerstrasse.de/aktionsfonds.

Das Team im Vorortbüro freut sich auf neue Projektideen für den Kiez und steht für Fragen rund um die Projektantragstellung gern zur Verfügung.

Gefördert werden Nachbarschaftsprojekte zur Belebung der Stadtteilkultur, Förderung der Aktivierung und Beteiligung der BewohnerInnen und zur Stärkung der nachbarschaftlichen Kontakte. Beim Ideenaufruf für den Aktionsfonds werden Menschen oder Projektträger gesucht, die ihre Idee selbst umsetzen möchten. Deren Idee muss im Brunnenviertel (Gebiet Ackerstraße) stattfinden. Möglich sind Bewilligungen für Sachmittel, die das Projekt zur Umsetzung benötigt. Vor allem soll das ehrenamtliche Engagement im Stadtteil gestärkt werden.

Ideenaufruf Aktionsfonds Brunnenviertel

23.01.2020

Text und Grafik: QM

Ackerplatz zieht Prominenz an

Ackerplatz BrunnenviertelOtto Schily, von 1998 bis 2005 Bundesinnenminister, und Ephraim Gothe, Bezirksstadtrat in Mitte, sprechen am 24. Januar auf dem ehemaligen AEG-Gelände. Sie eröffnen die Verleihung des Joanes Preises. Die gleichnamige Stiftung hatte aufgerufen, Ideen für eine Umgestaltung des Ackerplatzes in der Ackerstraße einzureichen. Unter 53 Einsendungen hat eine Jury fünf Gewinner bestimmt.

 

Um bei der Verleihung des Preises dabei sein zu können, ist eine Anfrage an das Vorort-Team in der Jasmunder Straße nötig. Für die Veranstaltung in einem TU-Saal in der Gustav-Meyer-Allee sind persönliche Einladungen Voraussetzung für den Einlass. Die festlichen Reden beginnen um 18 Uhr.

Einen so genannten Impulsvortrag zur Bedeutung der Stadtgesellschaft hält Dr. Otto Schily, der vor mehr als zehn Jahren Mitglied der rot-grünen Bundesregierung war. Der Stadtrat für Stadtentwicklung im Bezirk Mitte, Ephraim Gothe, hält ein Grußwort. Über Stadtkultur spricht Judith Laub vom Bezirksamt Mitte, die dort Programmleiterin für Stadtkultur im Fachbereich Kunst, Kultur und Geschichte ist.

Ab dem 29. Januar sind alle 53 Ideen für den Ackerplatz in der Waschküche von 16 bis 20 Uhr ausgestellt. Der Nachbarschaftsraum Waschküche befindet sich in der Feldstraße 10.

Der von der Joanes Stiftung ausgeschriebene Preis stand unter dem Motto "Raum für Gemeinschaft". Ausdrücklich eingeladen waren neben Architekten und Künstler auch Bürger und "sonstige Personen sowie Initiativen, die sich als soziale Stadtgestalter beteiligen möchten", wie in einer Mitteilung im November 2019 zu lesen war.

Die Joanes Stiftung und die Degewo suchten über den Wettbewerb gemeinsam Ideen für den Ackerplatz. Das ist ein Stadtplatz auf einem Grundstück der Wohnungsbaugesellschaft Degewo, den vielen Bewohner und Bewohnerinnen im täglichen Sprachgebrauch bislang schlicht als Platz vor dem Edeka bezeichnen. Den neuen Namen ermittelte die Degewo durch eine Umfrage unter Anwohnern und Anwohnerinnen. Ziel der Umgestaltung ist eine Belebung und Aufwertung des zentralen Platzes im Kiez, den die Nachbarn und Nachbarinnen wegen des Supermarkts gut nutzen. Dafür stehen 40.000 Euro bereit. Zusätzlich gibt es Preisgelder in Höhe von 15.000 Euro für herausragende Ideen. Bereits ab März 2020 soll die Umgestaltung beginnen.

Die Berliner Joanes Stiftung "fördert eine nachhaltige und verantwortungsbewusste Entwicklung des Wohnraums". Weiter heißt es auf der Webseite: Die Stiftung "engagiert sich in den Bereichen Wohnraumschaffung im angemessenen Preissegment, Nachhaltige und integrierte Quartiersentwicklung sowie Dialog und Information". Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Degewo hat fast 70.000 Wohnungen im Eigenbesitz, im Brunnenviertel davon über 3.000.

Links
Webseite der Joanes Stiftung

Webseite der Degewo

ackerplatz Brunnenviertel

17.01.2020

Text und Fotos Andrei Schnell