Auf die Plätze, fertig, IHEK

IHEKIHEK ist die Abkürzung für Integriertes Handlungs- und Entwicklungskonzept. Es ist zum einen soetwas wie Fahrplan oder eine Marschroute für die Arbeit des Quartiersmanagements in den nächsten Jahren. Zum zweiten ist ein verbindlicher Fahrplan. Der Quartiersrat erarbeitet derzeit das IHEK für die Jahre 2017 und 2018. Zeit, einmal zu erklären, was das IHEK ist und warum es wichtig ist. Und warum es dazu eine Zukunftswerkstatt genannte Konferenz für alle Bewohner und Bewohnerinnen geben wird.

SPD, Grüne und Linke haben sich gerade auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Darin schreiben sie fest, was sie in den nächsten fünf Jahren erreichen wollen. Ähnlich kann man sich das IHEK vorstellen. Die in diesem Sommer gewählten Mitglieder des Quartiersrat schreiben auf, welche Themen in den nächsten zwei Jahren für den Kiez wichtig werden sollen. Anders als ein Koalitionsvertrag ist das IHEK allerdings verbindlich.

Ein IHEK, ein Integriertes Handlungs- und Entwicklungskonzept ist wichtig, weil es die Voraussetzung dafür ist, dass Fördergelder ins Quartier fließen. Denn das Quartiersmanagement ist eingerichtet, um nach §171e des Baugesetzbuches Fördergelder ins Brunnenviertel zu bekommen. Die Fördergelder gelten als Städtebauförderung. Der Paragraph 171e listet auf, was nötig ist, damit Geld aus dem Fördertopf "Soziale Stadt" fließen kann. "Soziale Stadt" ist  eines von sechs Arten von Städtebauförderung. Satz 4 des Paragraphen verlangt, dass ein Entwicklungskonzept aufgestellt werden muss. Und das unter Beteiligung der Betroffenen. Die Betroffenen, das sind Bewohner und Bewohnerinnen des Brunnenviertels, können über den Quartiersrat mitreden.

Weil das IHEK so grundlegend für die Arbeit der nächsten zwei Jahre ist, werden zusätzlich zum Quartiersrat alle Bewohner und Bewohnerinnen zu einer Bürgerwerkstatt im Frühling 2017 eingeladen. Bei dieser Kiezwerkstatt werden öffentlich alle entscheidenden Punkte und Maßnahmen des IHEK öffentlich durch alle Anwesenden verhandelt und festgehalten.

Neben der rechtlichen Notwendigkeit gibt es noch einen zweiten Grund, warum das IHEK wichtig ist. Michael Schenk, der im Bezirksamt Mitte mehrere Quartiersmanagements koordiniert, bringt diesen zweiten Grund so auf den Punkt: "Was im IHEK nicht drinsteht, das kann nicht gefördert werden." So formulierte er es eindringlich auf einer Sitzung des Quartiersrats.

Im zuletzt formulierten IHEK für die Jahre 2015 und 2016 wurden als wichtige Felder genannt: Bildung, Arbeit, Nachbarschaft, öffentlicher Raum und Beteiligung.

Der Aufbau eines IHEK ist von der Senatsverwaltung vorgegeben. Zunächst wird das Gebiet beschrieben. Das heißt Zahlen des Gebiets werden genannt, die vorhandenen Vereine, Schulen und Einrichtungen genannt. Dem schließt sich an, was künftig im Stadtteil zu tun wäre. Am Ende folgt eine Liste mit Maßnahmen, die tatsächlich vom Quartiersmanagement angestoßen werden können.

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Auf dieser Webseite sind alle bisherigen Konzepte des Quartiersmanagement Brunnenviertel-Ackerstrasse online nachzulesen: IHEK.

24.11.2016

Text Andrei Schnell, Grafik Quartiersmanagement