Kunstaktion: Krähen im ehemaligen Niemandsland

Krähenprojekt Versöhnungskriche1.000 Krähen wollen die Künstlerinnen Maria und Natalie Petschatnikov auf dem Mauerstreifen vor der Kapelle der Versöhnung in der Bernauer Straße aufstellen. Das Kunstprojekt im öffentlichen Raum erinnert auf eigene Weise an die Zeit der Teilung. Bemalt wurden die Krähen von Menschen aus der Nachbarschaft, aber auch von mehreren Künstlern. Am 6. September um 16 Uhr wird der Krähenschwarm dann landen.

Wenn das Roggenfeld neben der Kapelle der Versöhnung abgeerntet sein wird, dann wird die Kunstinstallation "Berliner Krähen" aufgebaut. Zehn Tage Workshops liegen dann hinter den beiden Künstlerinnen, den in Leningrad (heute St. Petersburg) geborenen Petschatnikov-Zwillingen. An drei Terminen haben sie mit Kindern und älteren Menschen die vorgefertigte Krähenplatten bemalt. Zu fünf weiteren Malterminen luden sie in die Kapelle der Versöhnung ein und noch einmal zwei Workshops fanden in ihrem Atelier in der Rungestraße in Alt-Mitte statt. Maler aus dem Brunnenviertel waren Kinder der Gustav-Falke-Grundschule und ältere Menschen vom Servicewohnen Sophia in der Ackerstraße. Am 19. und am 20. August kamen fast 200 Menschen, um Krähen nach eigenen Vorstellungen zu gestalten.

Krähenprojekt Versöhnungskapelle"Die Krähen sind aus MDF-Holzfaserplatten geschnitten und werden mit Acrylfarbe von Nicht-Künstlern, aber auch von Künstlern bemalt", sagen die Petschatnikovs über ihre Kunstaktion im öffentlichen Raum. Von den 1.000 Krähen werden am Ende die Hälfte nicht von ihnen, sondern von den unterschiedlichsten Menschen bemalt worden sein.  "Wir haben das Projekt entwickelt und die Vögel-Silhouetten zum Laserschneiden vorbereitet", beschreiben sie die Mitmach-Kunst, bei der "Menschen aus aller Welt mitgemacht haben".

Hintersinn der Aktion "1000 Berliner Krähen" ist es, an die Zeit der Teilung der Stadt Berlin zu erinnern. Damals soll Berlin einer der wenigen Orte gewesen sein, an dem Vogelkolonien der grauen, osteuropäischen Krähe und auch der schwarzen westeuropäischen Krähe gleichzeitig anzutreffen waren. "In Berlin wurden die Krähen stadtweit zu einer Art Symbol der 80er Jahre und der Berliner Mauer", sagt Pfarrer Thomas Jeutner von der Versöhnungskapelle, wo die tausend bemalten Krähen-Skulpturen aufgestellt werden.

Bei der Eröffnung der Open-Air-Ausstellung am 6. September um 16 Uhr wird es auch Vorträge, Filmausschnitte und Führungen geben.

100 der Krähenvorlagen wurden durch den Aktonsfonds über das Quartiersmanagement mit Mitteln der Sozialen Stadt ermöglicht. Ein großen Teil der Förderung übernahm die Stiftung Berliner Mauer.

Weiterführende Informationen:
Details zum Kunstprojekt stehen auch auf  er Webseite der Kapelle der Versöhnung.
Die beiden Künstlerinnen Maria und Natalie Petschatnikov stellen sich auf der Webseite www.petschatnikov.de vor.

Krähenprojekt Versöhnungskapelle

23.08.2017

Text: Andrei Schnell

Fotos: Petschatnikov