Tag der älteren Menschen am 01. Oktober 2019

Im Rahmen des Netzwerks „Aktiv im Alter in Gesundbrunnen" fanden verschiedene Veranstaltungen u.a. im Brunnenviertel statt. Vormittags lud die Waschküche zum „Wünsch dir Was“, am frühen Nachmittag gab es einen Vortrag zur Seniorensicherheit im Stadtteilbüro und abschließend einen Sparziergang zur Kiezgeschichte.

 

 

Die Programmpunkte im QM Brunnenviertel-Ackerstraße im Einzelnen:

10 - 12 Uhr: „Wünsch Dir Was für die Waschküche“ bei Kaffee und Kuchen, Waschküche, Feldstr. 10

Nesrin Demir von der degewo leitete die Veranstaltung mit einer Geschichte der Waschküche ein. Die degewo ist Eigentümerin des Raums in der Feldstraße 10, den es mit Ideen und Veranstaltungen zu füllen gilt. Die erste Person war schon um halb zehn vor Ort und wünschte sich für die Waschküche einen Fitnessraum mit Crosstrainer. Insgesamt waren rund  20 Gäste da, darunter Anwohner*innen, Mitglieder der Seniorenvertretung Berlin-Mitte und die Kiezläufer der Schildkröte. Viele wünschten sich Musik und Tanz, andere Stimmen gingen in Richtung Sport und Bewegung sowie andere gesellschaftliche Aktivitäten, wie Spieleabende und gemeinsame Ausflüge. Der Raum selbst sollte zukünftig für alle zugänglich und nutzbar sein.

Heike Mohaupt-Wonnemann, Koordinatorin der Waschküche, bewertete das „Wünsch dir Was für die Waschküche“ als vollen Erfolg. Es sei sichtbar geworden, dass  es einen Bedarf für einen Begegnungstreff gebe, einer Gelegenheit Mal vor die Tür zu kommen. Die Waschküche könne dazu beitragen, ein wenig Abwechslung in den Alltag zu bringen. Bei all den Wünschen, bei denen die Umsetzbarkeit noch geprüft werden muss, bedarf es auch engagierter Menschen, die das Programm mit Leben füllen können. Dafür bietet die Waschküche einen geeigneten Ort.

14 – 15:30 Uhr: Seniorensicherheit, Vortrag der Polizei mit Fragestunde, Stadtteilbüro, Jasmunder Str. 16

Eine kleine Runde fand sich zu dem Vortrag des pensionierten Polizeibeamten Herrn Triptow ein. Er konnte dafür umso eingehender auf die Fragen der Anwesenden eingehen.  Seine Pensionierung spielte für die Aktualität seines Vortrags keine Rolle, durch regelmäßige Treffen mit aktiven hauptamtlichen Polizeibeamten der Zentralstelle für Prävention ist er auf neustem Stand. Herr Triptow erzählte von den Vorgehensweisen bei seniorenbezogener Kriminalität, u.a.  vom Enkeltrick am Telefon oder Betrügereien auf Kaffeefahrten. Der Vortrag war auch für jüngere Menschen interessant. Unter den  Ratschlägen, die er gegeben hat, war z.B., dass man bei einem Spaziergang nicht zu viel Bargeld dabei haben müsse oder man Adresse und Schlüssel nicht gemeinsam tragen sollte; der Personalausweis nicht überallhin mitgeführt werden müsse und dass man Wertsachen und besonders Wichtiges am Körper tragen sollte. Sollte man in die unglückliche Lage versetzt werden und einem Diebstahl zum Opfer fallen, sollte man möglichst lautstark auf sich aufmerksam machen. Infomaterialien liegen im Vorortbüro aus.

16 – 17:30 Uhr Spaziergang Kiezgeschichte Brunnenviertel, Treffpunkt vor dem Stadtteilbüro, Jasmunder Str. 16

Rechtzeitig hatte es aufgehört zu regnen. Beim letzten Tagesprogrammpunkt konnte man bei einem kurzen Spaziergang erfahren, wie geschichtsträchtig der Kiez eigentlich ist. Am Gartenplatz, vormals Galgenplatz, fand die letzte öffentliche Hinrichtung Berlins statt: Räderung von unten!

Nächster Halt: Die Maiers-Höfe, die so prototypisch für die berühmt-berüchtigte Berliner Mietskaserne standen, befanden sich mit mehreren Höfen und zig Gewerbebetrieben, die Tür an Tür mit einer dicht gedrängten Bewohnerschaft lebten, an der Stelle, wo sich heute das Wohnhaus in der Ackerstraße 132 befindet. Direkt gegenüber befand sich ehemals die „Schrippenkirche“ in der Obdachlose, Prostituierte und andere Arme eine warme Stube, ein paar Schrippen und einen Malzkaffee bekamen.

Der Sparziergang endete in der denkmalgeschützten Anlage des Vaterländischen Bauvereins in der Hussitenstraße mit ihren gut erhaltenen Höfen, in denen man sich völlig aus der Großstadt enthoben fühlt.

09.10.2019

Text und Fotos: Jascha Groß