Ein Lastenrad für das Brunnenviertel

Während draussen die Menschen ihre Wochenendeinkäufe erledigen, wird an diesem zweiten Adventswochenende in der MachBar in der Putbusser Straße 29 gewerkelt - der Geräuschkulisse nach geschweißt und geflext. Es entsteht ein Lastenfahrrad für den Brunnenkiez, gefördert aus dem QF1-Fonds. Die Idee dazu hatte der Verein mauergarten e. V., verwirklicht wird das Vorhaben in Kooperation mit dem Berliner Lastenrad-Netzwerk, der Vätergruppe des Familienzentrums, der Fahrradwerkstatt der MachBar und Bewohnern. Eine finanzielle Förderung für Anleitungen und die Facharbeiten wie das Schweißen kam von der Stiftungsgemeinschaft „anstiftung & ertomis“.

 

Die Holzarbeiten wurden im Familienzentrum durchgeführt, zum Schweißen, Bohren und Flexen stellte die Fahrradwerkstatt ihre Räume zur Verfügung, unterstützt von Mechaniker Nebi. Zusammen mit dem  Berliner Lastenrad-Netzwerk entstanden die Baupläne, denn das Netzwerk hat Erfahrungen auf diesem Gebiet. Es stellt Konstruktionspläne zur Verfügung und organisiert auch Workshops zum Bau der Transport-, Liege- und Long-Tail-Räder. „In unserem Wiki www.werkstatt-lastenrad.de findet man verschiedene Anleitungen und es gibt Termine für alle, die sich mal daran versuchen wollen“, erklärt Christophe Vaillant vom Netzwerk.

Bis das Lastenrad fertig ist, gibt es aber noch einiges zu tun. Richard Moll vom Netzwerk schweißt an diesem Nachmittag am Rahmen, der die Lasten tragen soll. Natalie von Maydell von den Mauergärtnern flext dafür Metallstreben, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. „Ich habe das gezeigt bekommen“, lacht sie und beugt sich wieder über den Schraubstock, „aber ich habe auch schon früher Metall bearbeitet.“ Oliver Voß, der seinen Bundesfreiwilligendienst beim Netzwerk absolviert, bohrt Stützen und Federn für den Lastenträger. Anfang nächsten Jahres soll das dann fertig sein. René Scharf und Johanna Bergmann von mauergarten e.V. überlegen aber jetzt schon, wie das Rad farblich gestaltet werden könnte. Vielleicht findet sich eine Schulklasse, die die Seitenwände zum Thema Transport bemalen möchte? Vorschläge sind gerne willkommen. Bisher war die Mitarbeit bei dem Projekt schon sehr gut. „Wir haben zum Glück viele alte Fahrräder gespendet bekommen, das hat super funktioniert“, freut sich Johanna Bergmann, „zusammen mit den neuen Teilen konnte das Lastenrad gebaut werden.“

Es soll dann als umweltfreundliches, vielseitiges, markantes und kostengünstiges Transportmittel allen Bewohnern im Kiez zur Verfügung gestellt werden. Sie als Mauergärtnerin hat auch schon Ideen, was sie damit transportieren könnte: Zum Beispiel Holz, Erde, Baumaterialien und Pflanzen. „Dunja von der Gleimoase freut sich schon darauf, ihre Wassereimer nicht mehr selbst schleppen zu müssen. Und man könnte auch ein Sitzbrett einbauen für Kinder.“ Das Selberbauen hat für René Scharf auch noch einen anderen, wertvollen Aspekt: „Wenn was kaputt geht, wissen wir jetzt, wie wir es reparieren können.“

ReF